Archiv der Kategorie: Brandenburg

Geschichten über Burgen und Schlösser in Brandenburg.

Sternförmige Burgen: Festungssterne aus der Luft

Die Festung Bourtange / Screenshot: Google Earth
Die Festung Bourtange / Screenshot: Google Earth
Plötzlich ist das Interesse der Internet-Welt an frühneuzeitlicher Festungsarchitektur erwacht. Reihenweise tauchen auf einmal Luftbilderstrecken in den Portalen auf. Das Bild oben zeigt die Festung Bourtange in den Niederlanden. (Foto Wikipedia/NL: Gebruiker)

Die oft von Wasser umgebenen, sternförmigen Anlagen – eingebettet in eine grüne Landschaft – sehen aus der Luft aber auch richtig klasse aus. Und es gibt noch eine ganze Reihe erhaltener Festungssterne. Ich habe hier ja schon mal über die Sternfestung Bourtange, Rocroi (Champagne) und die Spandauer Zitadelle geschrieben.
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Durchbruch in Potsdam: Alte Fassade fürs neue Stadtschloss


stadtschloss_potsdam_gemaelde.jpgWie viel Preußen darf’s denn sein?

Gleich zwei von der DDR gesprengte Hohenzollern-Schlösser sollten schon 2010/11 wiederauferstehen: Neben dem Berliner Stadtschloss steht auch das Potsamer Schloss vor der Wiedergeburt.

Mit der überraschenden Ankündigung einer 20 Millionen Euro-Spende machte der Milliardär Hasso Plattner jetzt den Weg zum Schloss-Neubau inklusive Rekonstruktion der historischen Knobelsdorff-Fassade frei (am Ende spendete er 22 Millionen).

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Sumpf-Burg Storkow ist saniert


Westseite von Burg Storkow nach der Sanierung / Foto: Wikipedia / Batke2 / gemeinfrei
Westseite von Burg Storkow nach der Sanierung / Foto: Wikipedia / Batke2 / gemeinfrei

Eine Burg mitten im Sumpf hat natürlich den Vorteil, dass Angreifer ziemlich schnell ziemlich tief im Masch stecken. Und langfristige Belagerungen machen da erst recht keinen Spaß.

Nachteil: Sind die Fundamente nicht bestmöglich abgesichert, versinken die Grundmauern mit der Zeit immer tiefer im bodenlosen Morast, Mauern stürzen ein – und irgenwann ist das stolze Gemäuer eine verschlammte Ruine.

So ein Fall ist Burg Storkow in der Mark Brandenburg, immerhin die älteste Burganlage zwischen Oder, Dahme und Spree. Seit acht Jahren läuft die Millionen Euro teure Sanierung. 2007 gab der Burg-Beirat bekannt, dass die Sanierung zur 800-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2009 abgeschlossen werden soll. Das berichtete die Märkische Allgemeine.

Grabungen lassen die Vermutung zu, dass die Anlage bereits nach 1136 durch die Wettiner als Grenzfestung gegen die Slawen errichtet wurde. Die Ziegelmauern wurden damals ohne nennenswertes Fundament einfach in den Sumpf gesetzt und von einem Wassergraben umgeben. Nur ein Knüppeldamm führte zum Tor.

Fast 200 Jahre lang wurde von hier aus ein großer Teil der damaligen Niederlausitz regiert. Nach 1384 war die Burg Sitz der Herren von Biberstein, der Bischöfe von Lebus, des Markgrafen von Küstrin sowie von deren Amtmännern.

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Folter-Tod im Turm

1538 wurde ein gewisser Stephan Meiße im Turm der Burg zu Tode gefoltert. Er war ein Gefolgsmann des legendären Hans Kohlhase, der einen Privatkrieg gegen Sachen und später auch Brandenburg führte. Kohlhase war das Vorbild für Kleists literarische Figur Michael Kohlhaas.

1897 verkaufte die Stadtverwaltung die Burganlage. 1910 ließ sie ein Berliner Architekt umbauen und einen Turm errichten. Der ursprüngliche Burgturm war 1840 eingestürzt. Bis 1978 war hier der Sitz des Stadtrats. Ein Brand zerstörte 1978 das Hauptgebäude. Die DDR ließ auch den Rest verfallen.

20 Jahre später begann die Stadt mit dem Wiederaufbau, unterstützt vom Land und einem Förderverein. 14 Meter lange Stahlstützen mussten in den Untergrund gerammt werden, um die Mauern zu sichern – im Zusammenspiel mit hunderten Tonnen Stützbeton.

Bisher fertiggestellt sind Nord- und Ostmauer und das zu Tourismuszentrum und Stadtbibliothek ausgebaute Fachwerkhaus. Im Burgpalas entsteht bis 2009 ein Saal für Konferenzen, Ausstellungen, Kino, Konzerte und Feste. Der laufende dritte Bauabschnitt kostet allein 4,8 Millionen Euro. Bei den Arbeiten stieß man übrigens auch auf die Reste eines mittelalterlichen Kerkers.

Mittlerweile ist im Burghof sogar eine Freilichtbühne entstanden. Die Ostrocker der Puhdys wollten hier am 7. Mai 2009 ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum feiern und eine Ausstellung über „40 Jahre Puhdys“ eröffnen.

Zuletzt berichtete die Freie Presse im März 2008 vom Fortgang der Arbeiten.

Nachtrag I: Die Wiedereinweihung der Burg erfolgte Pfingsten 2009 im Zuge der 800-Jahr-Feier der Stadt Storkow.

Quellen: Storkow.de, Mitteilung des Brandenburger Infrastrukturministeriums und der Artikel aus der Märkischen Allgemeinen. Viele interessante Infos zur Geschichte stecken in einem sehr detaillierten Artikel von Andreas Heising in der Märkischen Oderzeitung.

Nachtrag II. Inzwischen gibt es sogar Konzerte auf der Burg. Hier mal ein Video vom Auftritt der AC/DC-Coverband „High Voltage“ im Hof von Burg Storkow:

Lage: Burg Storkow, Schlossstraße 6
15859 Storkow

Foto: Wikipedia / Wappen von Storkow



Bücher über Burgen: Polyglotte Burgenkunde


Die Autorin Gabriele Knoll hat bei Polyglott eine 256 Seiten starke Übersicht sehenswerter Burgen herausgebracht. Positiv fällt das Büchlein erstmal durch den Preis von 12,95 Euro auf. Vorgestellt werden 45 Burgen und Schlösser, geordnet nach Bundesländern.

Am Anfang steht eine historische Einführung („Warum ist eine Burg so wehrhaft?“), den Abschluss bilden fünf Tourenvorschläge mit Landkarten („Zu Raubrittern und Landesfürsten am Rhein“). Das Layout des durchgängig farbigen Heftes ist professionell.

Keine öde Bleiwüste, sondern optisch gut aufgelockerte Seiten.5976805_bz2725582_big.jpg

Überraschungen darf man keine erwarten. Natürlich steht Schloss Neuschwanstein drin ;-). Durch den Umfang des Buchs bleiben jedoch für jede Anlage mehrere Seiten Platz, die fachmännisch – und aufgelockert durch Sagen und Legenden – gefüllt sind. Die Fotoqualität ist auf gutem Reiseführer-Niveau.

Besonders gefreut hat mich, dass auch das Auerbacher Schloss (Hessen) Aufnahme gefunden hat.

Fazit: Für den Preis als grobe „Was-ist-Wo?“-Übersicht durchaus zu empfehlen.

Info: Burgen und Schlösser in Deutschland, Polyglott, 2007/2008, 12,95 Eur

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