Grünes Gewölbe: Juwelendiebstahl im Dresdner Residenzschloss

Eines der gestohlenen Schmuckstücke / Foto: Polizei Dresden / Foto oben: Juwelensaal im Grünen Gewölbe 1904 / gemeinfrei

Spektakulärer Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe: Um 5 Uhr am Morgen des 25. November 2019 sind Unbekannte in die schwer gesicherte Schatzkammer des Dresdner Residenzschlosses eingedrungen.

Sie entwendeten juwelenbesetzen Schmuck von unschätzbarem Wert und lösten – wenn schon nicht die Alarmanlage – so doch einen weltweiten Medienrummel aus.

16 Streifenwagen der Polizei kamen zwar schnell zum Tatort, die Besatzungen konnten dann aber nur noch die aufgebrochene Vitrine sicherstellen. Die Täter sind flüchtig. Rund 100 kostbare Stücke fehlen nun.

Die Kriminellen kannten sich offenbar bestens mit der Alarmsicherung des Grünen Gewölbes aus. Aktuell wird untersucht, was der Brand eines nahe gelegenen Verteilerkastens mit dem Einbruch zu tun hatte. Der Brand führte zu einer Abschaltung des Stroms in der Schatzkammer, womit auch die Alarmanlage deaktiviert wurde.

Das wiederaufgebaute Dresdner Residenzschloss beherbergt das Grüne Gewölbe / Foto: Wikipedia / Kolossus / CC-BY-SA 3.0

Just in diesem Moment haben die Täter zugeschlagen. Sie zerstörten ein Fenstergitter und drangen durch das Fenster in das Gebäude ein.

Die Vitrine brachen sie mit einer Axt im sogenannten Juwelenzimmer auf. Aus der Vitrine stahlen stahlen sie mehrere mit Edelsteinen besetzte Schmuckstücke und eine kostbare Epaulette. Nach wenigen Minuten waren sie wieder verschwunden.

Hinweisen zufolge sind die Einbrecher mit einem Audi A6 vom Tatort geflüchtet. Ein baugleiches Fahrzeug wurde später in einer Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße in Brand gesetzt. Der Audi wurde von Kriminalisten untersucht und sichergestellt.

Sonderkommission „Epaulette“

Die Polizeidirektion Dresden hat eine Sonderkommission mit dem Namen „Epaulette“ mit 20 Beamten gegründet.

Auch dieses Stück ließen die Kriminellen mitgehen / Foto: Polizei Dresden

Auf Bildern der Überwachungskameras sind zwei Einbrecher zu sehen. Die Kripo geht jedoch davon aus, dass weitere Täter beteiligt waren. Die Polizei stellte Bilder diverser gestohlener Stücke online.

Das Grüne Gewölbe liegt im einstigen Residenzschloss der sächsischen Kurfürsten (1547–1806) und späteren Könige von Sachsen (1806–1918). Die Fürsten zeigten ihre kostbare Sammlung ausgewählten Besuchern bereits seit 1724 in diesen Räumen.

Das Gewölbe gilt somit als eines der ältesten Museen der Welt. Die Idee zur Einrichtung einer damals als chic geltenden „Wunderkammer“ hatte August der Starke.

Das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Schloss im Zentrum der Stadt ist seit den 1980er Jahren wieder aufgebaut worden. Drei der neun Räume des Grünen Gewölbes wurden im Krieg zerstört. 2004 öffnete das Museum wieder (nun mit zehn Räumen).

Einige der Stücke, die man heute im Grünen Gewölbe sehen kann, lagen übrigens aus Angst vor Diebstahl nach 1945 jahrzehntelang in Kisten vergraben im Wald nahe Schloss Moritzburg.

Spektakuläre Kunstdiebstähle kannte man auch auf Schlösser der DDR: 1979 stiegen Unbekannte ins Museum auf Schloss Friedenstein bei Gotha ein und entwendeten fünf Gemälde der niederländischen Malerschule im Wert von heute ca. 50 Millionen Euro. Die Werke sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Tat ist inzwischen verjährt.

Weiterlesen:
Hier geht es zur Pressemeldung der Polizei Sachsen: „Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe

Spiegel-Online meldet: „Kunstdiebstahl: Mit der Axt

Auch dem US-Netzwerk CNN ist der Einbruch einen Beitrag wert: „Priceless treasure stolen from German castle vault

Die Tagesschau berichtete am Morgen aus Dresden:



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