Adsense im Blog: Clickbait, Schrott und Knarren

Adsense hilft beim finanzieren von Burgentouren
Adsense hilft beim Finanzieren von Burgentouren – hier zur Kasselburg im Kylltal.

Selber schuld: Ich verdiene Geld mit Google-Adsense. Der Erlös aus den Banner-Anzeigen reicht für ein paar Touren zu Schlössern und Burgen, für diverse Übernachtungen in Hotels und ein paar Abendessen zu zweit. Achso, Steuern zahle ich darauf auch.

Für die Adsense-Kohle stehen automatisch generierte Anzeigen in mehreren Formaten im Blog. Maximal drei pro Artikel. Was ich da manchmal sehe, lässt sich überspitzt mit „Clickbait*, Schrott und Knarren“ zusammenfassen.

Freundlicherweise hat Google jetzt mit dem „Überprüfungszentrum für Anzeigen“ ein Tool bereitgestellt, um jede einzelne Anzeige im Nachhinein zu checken. Wer sich die Mühe machen will, merkt schnell: Es sind viele.

Bislang habe ich mich darauf beschränkt, Anzeigen so zu verteilen, dass sie möglich wenig auffallen. Manuell gesperrt hatte ich nur eine handvoll Schlüsselworte aus dem AfD und Wundermittel-Spektrum.

Und vergangene Woche tauchte plötzlich Werbung eines „neurechten“ Verlags auf einem der Bannerplätze auf. Zu der Firma kann man unappetitliche Geschichten googeln (Link siehe unten). Es ging um eins von diesen Verschwörungsbüchern.

Dass Google solche Werbung zulässt, ist seine Sache. Ich möchte es bei mir nicht.

Reisen zu exotischen Burg-Standorten wie Meissen wollen finanziert werden / Foto: Burgerbe.de
Reisen zu exotischen Burg-Standorten wie Meissen wollen finanziert werden / Foto: Burgerbe.de

Also habe ich jetzt alle Anzeigen „per Hand“ geprüft. In zwei Tagen gingen mir so 892 Anzeigen über den Schirm. 126 habe ich gesperrt.
Aus der neurechten Ecke blieb es bei der einen Anzeige.

Zu meiner Freude konnte ich zwei dieser zittrigen „Sie Sind der 1.000.000ste Besucher und haben gewonnen“-Banner eliminieren.

Besonders dämliche Clickbait-Banner mit schreienden Babys und halbnackten „Thailänderinnen wollen dich kennenlernen“ lassen sich so schnell aus dem Verkehr ziehen. Ebenso die offenbar von einem leicht bekifften Programm übersetzten Text-Anzeigen.

Endlich wurde ich so auch die „Diese 5 Essen schaden ihrer Leber“ eines „Entgiftungsportals“ los.

Gern zugelassen habe ich Werbung von Museen, Tourismusregionen (Amsterdam, Barcelona), Hotels in historische Gebäuden und Denkmal-Sanierern.

Google warnt zwar davor, dass das Sperren zu vieler Anzeigen letztlich den Erlös schmälert. Das liege daran, dass jeweils die profitabelsten Anzeigen den Zuschlag für die Anzeigenplätze bekämen.

Tja, wenn denn der Meistbietende aus meiner Sicht eine unterirdische Anzeige ausliefert, dann nehme ich doch lieber den zweitbesten.

Das "Google Adsense"-Logo
Das „Google Adsense“-Logo

Es war in vielen Fällen schwierig, speziell beim Thema „Geldanlage“. „Aktientipps“ ja oder nein? Ich entscheide da so ein bisschen nach Sympathie fürs Produkt. Keinen Spaß habe ich an Personen, die im Banner mit einer Knarre herumspielen. Tja, liebe Waffenmesse Stuttgart. Keine Werbung bei Burgerbe.de.

Alles umgehend prüfen, das geht übrigens nicht. Pro Stunde kommen ca. zehn neue Anzeigen rein, die auf der Seite landen könnten, wenn der Auftraggeber nur genug bietet.

Ich hoffe letztlich, dass sich der Erlös durch eine qualitative Verbesserung bei den Adsense-Anzeigen langfristig steigert.

Werden sehen…

Weiterlesen:
In der Süddeutschen Zeitung berichten Katja Riedel und Sebastian Pittelkow: „Rechte Verlage zahlten wohl Geld an Betreiber von Hetzseiten

*) Clickbait: Erklärung via Wikipedia: „Eine reißerische Überschrift, die eine sogenannte Neugierlücke entstehen lässt“. Also das Geschäftsmodell von Medien wie Focus Online.

Kommentar verfassen