Schloss Kuckuckstein

Schloss Kuckuckstein hat neue Besitzer

Mehrfach kommt der Bergfried von Schloss Kuckuckstein als Kulisse mit ins Bild. Foto: Wikipedia / Norbert Kaiser / CC-BY-SA 3.0
Der Bergfried von Schloss Kuckuckstein / Foto: Wikipedia / Norbert Kaiser / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Wikipedia / Liesel / CC-BY-SA 3.0

Die neuen Besitzer von Schloss Kuckuckstein im sächsischen Liebstadt heißen Susanne und Jens Höhnel von der Natur-Romantik GmbH. Wie viel sie für das zuvor kurzeitig wieder städtische Schloss bezahlt haben, ist nicht öffentlich bekannt.

Bis zum Mai 2018 hatte das Schloss zwölf Jahre lang dem österreichischen Unternehmensberater Ralph Neunteufel gehört. Es ist öffentlich nicht zugänglich.

Neunteufel hatte sich nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Stadtverwaltung im Frühjahr darauf geeinigt, das Schloss an die Kommune zurückzugeben und ist ausgezogen. Das meldet die Sächsische Zeitung.

Beherrschende Lage über Liebstadt: Schloss Kuckuckstein / Foto: Wikipedia / Kolossos / CC-BY-SA 3.0
Beherrschende Lage über Liebstadt: Schloss Kuckuckstein / Foto: Wikipedia / Kolossos / CC-BY-SA 3.0

Die Stadt hatte das Schloss 2006 für nur 155.000 Euro an Neunteufel verkauft – verbunden mit der Auflage, 500.000 Euro in die Sanierung des Denkmals zu stecken. Das sei nicht passiert, so der Vorwurf der Stadt.

Neunteufel widersprach, mit durchaus guten Argumenten. Bei dem Verfahren kritisierte ein Gericht den Kaufvertrag als zu unscharf und als teilweise widersprüchlich. Nun also die Rückübertragung.

Beim Tag des offenen Denkmals konnte man nach längerer Zeit wieder einen Blick ins Gemäuer werfen.

Die neuen Schlossherren warben dabei für den Verein „Schwarzes Kleeblatt“. Dieser Verein will das Schloss für Kunst und Kultur öffnen und Mittel für Sanierungsmaßnahmen hereinholen.

Der Innenhof: Gestaltet in den 1880er Jahren / Foto: Wikipedia / Norbert Kaiser / CC-BY-SA 2.5
Der Innenhof: Gestaltet in den 1880er Jahren / Foto: Wikipedia / Norbert Kaiser / CC-BY-SA 2.5

Familie Höhnel steht nun vor der Aufgabe, ein Konzept für die Zukunft des Schlosses zu erarbeiten (ich wünsche da viel Erfolg). Die Höhnels betreiben die Obere Trebnitzmühle in Liebstadt als Erholungsort mit Ferienwohnungen und Pool.

Die Burg Kuckuckstein taucht erstmals Anfang des 15. Jahrhunderts in Quellen auf, als sie während der Dohnaischen Fehde zerstört wurde – 1453 entstand Kuckuckstein als Schloss neu.

1643 wurde die Anlage von kaiserlichen Truppen geplündert. Ab 1775 gehörte die Burg 236 Jahre lang der Familie von Carlowitz (die Carlowitz führten ein schwarzes Kleeblatt im Wappen).

Am 9. September 1813 schlief Kaiser Napoleon für eine Nacht im Schloss: Eher sorgenvoll, nach dem verlorenen Russlandfeldzug .

Der damalige Burgherr Carl Adolf von Carlowitz war gerade nicht zuhause. Er kämpfte als Kommandant eines 2900 Mann starken sächsischen Jägerkorps auf der anderen Seite.

Die Schlossherren ließen die Gebäude mehrfach umbauen: Etwa durch Hans Georg von Carlowitz von 1796 bis 1802 im neogotischen Stil.

Der romantische Eindruck eines „Märchenschlosses“ wurde zum Teil mit recht rabiaten Mitteln erreicht: Die Spitze des alten Bergfrieds wurde gesprengt und kurzerhand neu errichtet.

Die heutige Form des großen Innenhofs stammt aus den Jahren 1886 bis 1889. Erst im Zuge der Inflation während der Weimarer Republik sah sich die Familie 1931 gezwungen, das Schloss versteigern zu lassen.

Käufer war der Erfinder der Chlorodont-Zahnpasta, Dr. Ottomar Heinsius von Mayenburg. Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht enteignet.

Zu DDR-Zeiten war das Schloss ein Museum. Es gehörte nach der Wende der Kommune Liebstadt, Sachsens mit 1400 Einwohnern kleinster Stadt – bis zum Verkauf an Neunteufel 2006.

Das Schloss ist unter anderem als Drehort des 2015er ARD-Weihnachtsmärchens Schneeweißchen und Rosenrot bekannt.

Das Schloss im Winter:

Weiterlesen:
Christian Eissner berichtet für die Sächsische Zeitung vom Tag des offenen Denkmals auf Schloss Kuckuckstein: „Kuckuckstein hat seinen Zauber wieder
Im Mai 2018 räumte Ralph Neunteufel das Schloss. Die Zeitung meldete: „Schlossherr zieht aus
Mehr zum Rechtsstreit in diesem Artikel von Carina Brestrich in der Sächsischen Zeitung aus dem Juli 2016: „Schloss Kuckuckstein auf der Kippe
Schloss Kuckuckstein hat auch eine Homepage



Ein Gedanke zu „Schloss Kuckuckstein hat neue Besitzer“

  1. Vielen Dank, dass Sie die Informationen über das neue Management oder den Besitzer dieses Schlosses weitergegeben haben, denn der Besitz eines Schlosses ist so teuer.

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