Blick auf Schloss Nesselröden und die Kirche des Ortes. Bild: gemeinfrei

Schloss Nesselröden: Turm wird saniert

Schloss Nesselröden: Das Fachwerk am Turm wird saniert. Foto (und Foto oben): gemeinfrei
Schloss Nesselröden: Das Fachwerk am Turm wird saniert. Foto (und Foto oben): gemeinfrei

30.000 Euro steckt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in die Sanierung des Turms von Schloss Nesselröden. Das Schloss bildet mit seinen Nebengebäuden eine der bedeutendsten Renaissance-Schlossanlagen an der unteren Werra in Hessen.

Konkret wird die Instandsetzung des Turmfachwerks am Herrenhaus des Schlosses unterstützt.

Das Dorf Nesselröden gehört zu Herleshausen nahe der hessisch-thüringischen Grenze (früher sagte man „Zonenrandgebiet“ und sparte hier Steuern).

Das von einem Park und einer Gutsanlage umgebene Schloss prägt den Ort. Bauherren waren zwischen 1592 und 1594 die Treusch von Buttlar.


Die Adeligen ließen hier einen Vierkanthof und ein Herrenhaus errichten. Im 19. Jahrhundert fiel die Anlage an die Landgrafen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld. Diese ließen das Innere zum Wohnhaus für die Angestellten der Domäne umbauten.

Die Landgrafen konnten ihren Besitz auch über die preußische Annextion des Kurfürstentums Hessen 1866 und das Revolutionsjahr 1918 hinüberretten.

1930 ließ Landgraf Chlodwig das Schloss restaurieren und dabei den Treppenturm überarbeiten. Er setzte eine geschwungene „welsche Haube“ mit Laterne auf den Turm.

Schloss Nesselröden in den 1960er Jahren. Foto: gemeinfrei
Schloss Nesselröden in den 1960er Jahren. Foto: gemeinfrei

Nach dem Krieg wurden im Schloss Wohnungen eingerichtet. 1980 erwarb der heutige Eigentümer den Besitz, die Familie Kruse. Heute hat die gräfliche Familie Hessen-Philippsthal-Barchfeld ihren Sitz auf Schloss Augustenau in Herleshausen

In den beiden Obergeschossen befindet sich nach Angaben der Stiftung Denkmalschutz jeweils ein zentraler großer Saal, der im ersten Geschoss besitzt noch die aus der Erbauungszeit stammende Stuckdecke.

Von der ursprünglichen Ausstattung sind in den Sälen Kamine erhalten. Die Stiftung Denkmalschutz nennt Schloss Nesselröden eine „für einen herrschaftlichen Landsitz des ausgehenden 16. Jahrhunderts beispielhafte Anlage„. Eine Besichtigung ist nicht möglich.

Ihren Namen haben Schloss und Dorf Nesselröden übrigens von der Nesse, einem Bach, der durchs Dorf zur Werra fließt. Mit den Grafen von Nesselrode, 500 Jahre lang Besitzer von Schloss Ehreshoven bei Engelskirchen, haben sie nichts zu tun.

Quelle:
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Turm von Schloss Nesselröden wird instandgesetzt



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