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Berkeley Castle: „Bild“ sieht Gespenster

Im Burghof filmte die Drohne einen nebeligen Fleck  / Foto: David Stowell  / CC-BY-SA 2.0 / Foto oben:  Chris Gunns / CC-BY-SA 2.0
Im Burghof filmte die Drohne einen nebeligen Fleck / Foto: David Stowell / CC-BY-SA 2.0 / Foto oben: Chris Gunns / CC-BY-SA 2.0

Zu einer britischen Burg gehört auch ein Geist. Wäre doch gelacht, wenn man ihn in Zeiten der Dauer-Überwachung nicht filmen könnte.

In Berkeley Castle, einen Tagesmarsch nordöstlich von Bristol, meldet jetzt ein Drohnen-Pilot so eine paranormale Sichtung. Sofort springt die Yellowpress der Insel begeistert auf. Und wo die ist, ist die „Bild“-Zeitung nicht weit und pinnt ab.

Was ist passiert? Thomas Arnold hat Tag eine Drohne über der Burg Berkeley in der Grafschaft Gloucestershire aufsteigen lassen und den Innenhof gefilmt. Dabei kommt auch das Dach mit den Schornsteinen ins Bild. Aus einem der Schlote entweicht ein Rauchwölkchen.


Der eifrige Geiserseher, zufälligerweise selbst aus der TV-Branche, identifiziert das Wölkchen als „reitenden Ritter-Geist“, der wohl gerade am hellichten Tag durch die Burg aus dem elften Jahrhundert prescht.

Der 41-Jährige ist von seinen Aufnahmen begeistert und reicht sie an die Boulevardmedien weiter: „‚It’s clear as day, in daylight and in HD. It’s brilliant'“, sagt er laut Daily Mail.

Hier ist das Video:

Eigentlich hätte die Burg eine solche Geschichte gar nicht nötig. Sie hat selbst genug Historie zu bieten. So wurde der der englische König Eduard II. hier erst monatelang gefangen gehalten und dann nach einer zunächst erfolgreichen Befreiung (vermutlich) am 21. September 1327 ermordet. Eine Zelle kann man besichtigen, auch ein elf Meter tiefes Kerker-Loch ist erhalten.

Wenig später starb der letzt Hofnarr Englands in der Burg, als er bei seinem Schabernack vom Balkon des Rittersaals in denselben fiel.

Die Burg ist seit Jahrhunderten im Besitz der Familie Berkeley und nach Tower und Windsor Castle die wohl älteste dauerhaft bewohnte Burg des Königreichs.

Die Berkeleys verloren sie nur kurzzeitig 1645 im englischen Bürgerkrieg, nachdem die Mauern von Kanonen der „Roundheads“ sturmreif geschossen wurden. Die Berkeleys mussten sich vertraglich dazu verpflichten, die Schäden an den Wällen nicht reparieren zu lassen. Das taten sie bis heute nicht…

Auf diversen deutschen Burgen, wie etwa Hohenzollern, wären solche Zufalls-Videos nicht möglich: Dort herrscht inzwischen aus gutem Grund ein Flugverbot für private Drohnen.

Weiterlesen
Die Daily Mail berichtet: „Can YOU see the ghostly knight?
Bei „Bild“ hieß es: „Können Sie es sehen? Durch diese Burg soll ein Geister-Ritter reiten“ (Artikel mit Adblocker nicht lesbar, hier trotzdem der Link)
Berkeley Castle hat auch eine Homepage



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