Schloss Großkmehlen / Foto: Wikipedia / Maclovely / CC-BY-SA 3.0

Schloss Großkmehlen soll Grundschule werden

Schloss Großkmehlen zeigt den prächtigen Stucksaal im ersten Stock / Foto: Wikipedia / Derbrauni / CC-BY-SA 4.0
Prächtig: Der Stucksaal im ersten Stock von Schloss Großkmehlen / Foto: Wikipedia / Derbrauni / CC-BY-SA 4.0 / Foto oben: Wikipedia / Maclovely / CC-BY-SA 3.0

Die Grundschule im Örtchen Großkmehlen (Oberspreewald-Lausitz) hat ein Platzproblem. Es sind nur sechs Klassenräume vorhanden. Aktuell gibt es aber neun Klassen.

Was es im 1103-Einwohner-Flecken aber auch gibt, ist das in Sanierung befindliche Schloss Großkmehlen mit jeder Menge Platz. Geht es nach den Gemeindevätern, sollten zwei Grundschulklassen in den Westflügel ziehen.

Die Brandenburgische Schlössergesellschaft hat als Eigentümerin einen Förderantrag mit einem Volumen von 700.000 Euro für die Sanierungskosten bei der EU gestellt.

Schloss Großkmehlen ist immer noch ein Wasserschloss / Foto: Wikipedia / Radler59 / CC-BY-SA3.0
Schloss Großkmehlen ist immer noch ein Wasserschloss / Foto: Wikipedia / Radler59 / CC-BY-SA 3.0

Mit einer (positiven) Entscheidung aus Brüssel wird für Mai/Juni 2018  gerechnet. Und dann müssen die Arbeiten erstmal europaweit ausgeschrieben werden. Schüler und Lehrer müssen sich also noch etwas gedulden mit ihrem Umzug ins Schloss.

Das Wasserschloss geht auf eine alte Grenzburg aus der Zeit um das Jahr 1200 zurück. Hier trafen die Mark Meißen sowie die Territorien Ober- und Niederlausitz aufeinander. Grenzflüsschen war die Pulsnitz. Burg Großkmehlen lag auf der Meißener Seite auf einem Burghügel.

Gegenüber, auf Oberlausitzer Gebiet stellte sich ihr eine Burg entgegen, aus der sich später das heutige Schloss Lindenau entwickelte.

Die trutzige Burg wurde Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss umgebaut, als Vorbild diente Schloss Moritzburg. Im 17. Jahrhundert folgten weitere Umbauten, die Barockelemente mit sich brachten.

Stucksaal im ersten Stock von Schloss Großkmehlen / Foto: Wikipedia / Jörg Blobelt / CC-BY-SA 3.0
Stucksaal im ersten Stock von Schloss Großkmehlen / Foto: Wikipedia / Jörg Blobelt / CC-BY-SA 3.0

Ab etwa 1695 wurde die Umgebung zu einem ausgedehnten Schlosspark (der damalige Gartenplan hat sich erhalten).

Eigentümer waren verschiedene Zweige der Familie von Lüttichau. Sie teilten das Schlossgelände in zwei separate Rittergüter. Es bekam zwei Eingänge und zwei Wirtschaftshöfe.

Seitenansicht von Schloss Großkmehlen / Foto: Wikipedia / Radler59 / CC-BA-SA 3.0
Seitenansicht von Schloss Großkmehlen / Foto: Wikipedia / Radler59 / CC-BA-SA 3.0

Später ging der komplette Besitz in die Hände der zu Lynar über. Den Lynar gehörte auch Schloss Lindenau. Sie wurden 1945 enteignet.

Zu DDR-Zeiten war das dann staatseigene Schloss Alten- und Pflegeheim. Seit 1993 stand es leer. Seit 2006 sind sechs Millionen Euro in die Schloss-Sanierung geflossen.

Auf Schloss Großkmehlen werden aktuell Mal- und Zeichenkurse angeboten. Eine Übersicht findet sich auf der Schloss-Homepage.

Weiterlesen:
Andrea Budich schreibt in der Lausitzer Rundschau zur Fortsetzung der Sanierung von Wasserschloss Großkmehlen: „Kein Luftschloss: Schule im Schloss
Im November 2011 schrieb Kathleen Weser in der gleichen Zeitung über die anstehende Sechs-Millionen-Euro-Sanierung „Schönheitskur für das Wasserschloss in Großkmehlen



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