Burg Altrathen / Foto: Wikipedia / Kolossos / CC-BY-SA 3.0

Burg Altrathen für 740.000 Euro zu verkaufen

Turm der Burg Altrathen / Foto: Wikipedia / Diether / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Kolossos / CC-BY-SA 3.0
Turm der Burg Altrathen / Foto: Wikipedia / Diether / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Kolossos / CC-BY-SA 3.0

Wer möchte Burgherr in der Sächsischen Schweiz werden? Burg Altrathen steht für 740.000 Euro zum Verkauf. Der vergleichsweise hohe Preis liegt daran, dass zur neugotisch wiederaufgebauten Burg noch ein Restaurant mit Gästehaus (38 Zimmer) gehört. Das berichtet die Sächsische Zeitung.

Der Käufer erwirbt rund 530 Quadratmeter Wohnfläche, phänomental 60 Meter über der Elbe und dem Luftkurort Rathen (346 Einwohner) im Elbsandsteingebirge gelegen. Der Makler berichtet medienwirksam bei „Tag24″ von „Anfragen aus ganz Deutschland“.

Die Burg Altrathen liegt nahe der wesentlich bekannteren Ruine der Felsenburg Neurathen, der größen mittelalterlichen Bergfestung des Elbsandsteingebirges.

Beide Burgen entstanden wohl etwa zeitgleich Mitte des 13. Jahrhunderts – als Grenzburgen der Mark Meißen gegen das hier direkt benachbarte Königreich Böhmen. 1289 wird Altrathen erstmals urkundlich erwähnt.


In den 1460er Jahren herrscht hier und auf Neurathen der ls recht übel geltende Raubritter Hans von Oelsnitz. Dieser kontrolliert die Elbe, den wichtisten Verkehrsweg der Region und macht auch der Stadt Dresden das Leben schwer.

Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Herzog Albrecht griffen die Raubritternester 1467 an. Die Burgen mussten belagert und mühsam ausgehungert werden. Im Mai 1469 waren die überlegenen sächsischen Truppen siegreich, der Raubritter floh und versuchte nun durch Verhandlungen wieder Burgherr zu werden (erfolglos).

1485 fiel die Burg durch die Leipziger Teilung in den Herrschaftsbereich Herzog Albrechts von Sachsen / Bild: gemeinfrei
1485 fiel die Burg durch die Leipziger Teilung in den Herrschaftsbereich Herzog Albrechts von Sachsen / Bild: gemeinfrei

Die Felsenburgen wurden geschleift. Herzog Albrecht sackte das Gebiet 1485 bei der Leipziger Teilung ein und ließ die Burgen weiter verfallen.

Jahrhundertelang bleibt Altenrathen Ruine. 1888 kauft der Dresdner Industrielle Eduard Seifert die Überreste. Er baut die Burg in den folgenden Elf Jahren im damals schwer angesagten neogotischen Stil wieder auf. 1895 eröffnet er hier eine Gaststätte.

Wirklich „mittelalterlich“ waren danach nur noch die Keller und Teile der Wendeltreppe des Bergfrieds. 1945 wird die Familie enteignet.

Zu DDR-Zeiten wurden die Burg zunächst als Ferienheim für den VEB Brau und Malz aus Dresden genutzt, später für die Staatsbank der DDR.

1995 verkaufte die Treuhandanstalt die Burg an Otto Bantele und Peter Jäger, und der Hotel- und Restaurantbetrieb startete. Seit 2001 wird die Anlage von Hella Sommer bewirtschaftet. Ihr Vertrag endet im Oktober 2018, ihr Vorkaufsrecht will sie nicht nutzen. Sie wird die Burg dann verlassen.

Besonders beliebt ist das Hotel bei Hochzeitspaaren für ihre Feiern.

Das Restaurant ist nur noch an den Wochenenden bis zum 25. März 2018 geöffnet. „Ab Ostern sind wir nur noch für unsere Hausgäste da“, heißt es auf der Homepage der Burg.

Weiterlesen:
In der Onlineausgabe der Sächsischen Zeitung berichtet Gunnar Klehm: „Burg Altrathen steht zum Verkauf
Pia Lucchesi schreibt bei „Tag24″: „Die Ideen der Möchtegern-Käufer für Burg Altrathen
Eine Chronik der Burg findet sich auf der Burg-Homepage.
Auch auf der Seite „Historisches Sachsen“ findet sich ein Eintrag zur Burg

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