Schloss Zerbst © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

Ruine von Schloss Zerbst wird gesichert

Die Fassade von Schloss Zerbst Fotos: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz
Die Fassade von Schloss Zerbst Fotos: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

Schloss Zerbst: Von der einst größten Schlossanlage Anhalts steht seit der Zerstörung durch Bomben am 16. April 1945 und Sprengungen der Nachkriegsjahre nur noch der östliche Seitenflügel – und dieser auch nur als dreistöckige Ruine. Nun laufen Sicherungsarbeiten.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) gibt aktuell 11.883 Euro für die Fortsetzung der Arbeiten im inzwischen siebten Bauabschnitt.

Auch Bund, Land Sachsen-Anhalt, der Landkreis und die Lotto-Toto-Gesellschaft unterstützten die Sicherung.

Die Sicherungsmaßnahme VII konzentriert sich auf die südliche Rückseite des Ostflügels. Oberhalb des zweiten Obergeschosses werden die maroden Hohlblocksteindecken entfernt, die bei der Notsicherung 1954/1955 eingebaut worden waren. Sie werden durch neue Stahlbetondecken ersetzt.


Außerdem werden die Hauptgesimse rekonstruiert und ein Übergangsdach aufgesetzt. Für das Schloss engagiert sich insbesondere der Förderverein Schloss Zerbst mit seinen 270 Mitgliedern, die das einst international bedeutende Zerbster Schloss vor dem Verfall bewahren. Sie wünschen sich eine neue Nutzung.

Das Schloss hatte sich Fürst Carl Wilhelm von Anhalt-Zerbst gegen Ende des 17. Jahrhunderts als großzügige barocke Dreiflügelanlage errichten lassen.

Schloss Zerbst 2014 Foto: Wikipedia / M_H.de / CC-SA-3.0
Schloss Zerbst 2014 Foto: Wikipedia / M_H.de / CC-SA-3.0

Die Anlage wurde mit prachtvollen Stuckdecken und Wandgestaltungen versehen, die nach Meinung von Experten zu den wertvollsten Schöpfungen des friderizianischen Rokoko zählten.

Wobei sich Schlossherr Friedrich August von Anhalt-Zerbst (1734-1797) mit Preußenkönig Friedrich II. gehörig zerstritten hatte. Der Bruder der Zarin Katharina musste vor den preußischen Truppen zeitweise nach Basel fliehen.

Bei seinen Untertanen war der Herrscher wegen seiner chaotisch-despotischen Art höchst unbeliebt. Der Verkauf von 1152 Soldaten an die Engländer zum Einsatz gegen die nach Unabhängigkeit strebenden amerikanischen Kolonien besserte zwar die Staatsfinanzen, aber nicht seinen Ruf.

Seit 1921 war das Schloss Museum (und Sitz des Zerbster Finanzamts). Von der Stiftung Denkmalschutz heißt es: „Die Schlossruine stellt in ihrem baulichen Rest immer noch eines der bau- und raumkünstlerisch bedeutendsten Residenzschlösser Mitteldeutschlands dar“.

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Den Bombenhagel hatten auch der West- und Hauptflügel beschädigt überstanden. Sie wurden 1948 und in den Folgejahren durch die nun kommunistische Stadtverwaltung gesprengt.

Auch der Ostflügel war bereits zur Sprengung vorgesehen, konnte jedoch durch den damaligen Landeskonservator gerettet werden.

Dem 2003 gegründeten Förderverein ist es inzwischen gelungen, aus einer äußerst maroden Ruine eine Art „Rohbau“ des verbliebenen Schlossflügels zu machen.

Dabei werden die Größenverhältnisse der ehemaligen Schlossräume deutlich. Mittlerweile finden in drei Ausstellungsräumen Führungen, Vorträge, Konzerte, Filmvorführungen und Theaterspiele statt.

Quelle:
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD): „Schloss Zerbst wird erneut gefördert

Link:
Förderverein Schloss Zerbst



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