Drei, deren Schicksal miteinander verwoben ist: Valentin (Max Schimmelpfennig, l.), Zacharias (Felix von Manteuffel, M.) und die Königin Anna (Sandra Borgmann, r.). / Foto: ZDF / Steffen Junghans

„Der Zauberlehrling“: Drehorte Görlitz und Neues Schloss Muskau

Neues Schloss Muskau: Im Film Sitz der Königin / Foto: Wikipedia / Hedwig Storch / CC-BY-SA 3.0
Neues Schloss Muskau: Im Film Sitz der Königin / Foto: Wikipedia / Hedwig Storch / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: ZDF / Steffen Junghans

Wenn schon kein Hogwarts-Modell unterm Baum liegt, kann man sich wenigstens ein bisschen Magie-TV ins Wohnzimmer holen: Das ZDF zeigte an Heiligabend 2017 um 16.30 Uhr „Der Zauberlehrling“, ziemlich frei nach J. W. v. Goethe. Eine deutsch-tschechische Märchenverfilmung mit Max Schimmelpfennig und Pauline Rénevier.

Drehorte waren im Frühjahr unter anderem die Görlitzer Altstadt und das Neue Schloss Muskau im Welterbe Fürst-Pückler-Park.

Und darum geht’s: Valentin (Max Schimmelpfennig) will eine Stelle als Zauberlehrling bei Meister Ambrosius (Christoph Bach) annehmen. Doch er scheitert unfairerweise im Bewerbertest.


Stattdessen findet er in der Apotheke von Altmeister Zacharias (Felix von Manteuffel) Unterschlupf. Der hat das Zaubererhandwerk jedoch nach einer selbst verschuldeten Magie-Katastrophe drangegeben und braut nur noch Heiltränke. Valentin macht sich daraufhin auf eigene Faust daran, die Zauberkunst zu erlernen.

Valentin (Max Schimmelpfennig) und Katrina (Pauline Rénevier) auf der Suche nach dem rettenden Zauberspruch. / Foto (und Foto oben): ZDF und Steffen Junghans
„Der Zauberlehrling“ Valentin (Max Schimmelpfennig) und Katrina (Pauline Rénevier) auf der Suche nach dem rettenden Zauberspruch. / Foto (und Foto oben): ZDF und Steffen Junghans

Dabei stößt er auf eine Reihe von Geheimnissen, die auf wundersame Weise alle miteinander verknüpft sind und denen er gemeinsam mit Zauberlehring Katrina (Pauline Rénevier) auf die Spur kommt. Auf dem Spiel steht auch die Krone von Königin Anna (Sandra Borgmann), die für den Film im Neuen Schloss Muskau residiert.

Regie führte Frank Stoye (Regisseur von „Sechzehneichen“, „Fenster zum Sommer“ und diverser Folgen von Schloss Einstein)

Johann Wolfgang von Goethes Gedicht vom „Zauberlehrling“ lieferte die Inspiration für diese Geschichte um das Zaubern und den Größenwahn, den diese Kunst gelegentlich mit sich bringt (nicht erst bei Harry Potter).

Das Neue Schloss Bad Muskau / Foto: Wikipedia / X-Weinzierl / CC-BY-SA 3.0
Das Neue Schloss Bad Muskau / Foto: Wikipedia / X-Weinzierl / CC-BY-SA 3.0

Die Görlitzer Altstadt und Bad Muskau bieten dem Film malerische Kulissen jenseits der Smartphone- und Bitcoin-Moderne. So liegt beispielsweise die Apotheke von Altmeister Zacharias am Görlitzer Untermarkt, Zaubermeister Ambrosius logiert im Alten Rathaus. Und das Neue Schloss im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau beherbergt den Sitz der Königin.

Das Neue Schloss geht auf eine mittelalterliche Wasserburg in der sumpfigen Neisse-Niederung zurück, die 1245 erstmals erwähnt wird. 1361 wird die Burg mit dem Prädikat „Veste“ versehen, stellte also eine besonders starke Befestigung dar.

Unter dem kaiserlichen Kriegsrat Fabian von Schoenaich begann 1523 der Umbau zum Renaissanceschloss.

Ein Brand der Anlage 1586 machte dann einen umfassenden Wiederaufbau notwendig.


Hermann von Pückler-Muskau / Foto: gemeinfrei / Foto oben: Schloss Babelsberg /
Hermann von Pückler-Muskau / Foto: gemeinfrei

Als alles fertig war, sorgten durchziehende Truppen während des Dreißigjährigen Krieges für umfassende Zerstörungen. Zwischen 1646 bis 1653 folgte der Wiederaufbau als barocke Dreiflügel-Anlage.

Fürst Hermann von Pückler-Muskau, Namensgeber des Welterbe-Parks, hatte mit der Baugeschichte des Schlosses nicht viel zu tun.

Er hegte zwar große Umbau-Pläne, ließ dann aber lediglich Festungswerke abreißen und sorgte so für freie Sichtachsen zwischen Park und Schloss.

Für das heutige Aussehen des Schlosses im Stil der Neorenaissance sorgte Prinz Friedrich der Niederlande (der als junge Mann noch bei Waterloo gegen Napoleon gekämpft hatte) in den Jahren 1863 bis 1866.

Das Schloss ist seit 2008 wieder öffentlich zugänglich. Zu sehen ist dort eine Dauerausstellung über den Fürsten zu Pückler-Muskau.

In Görlitz feierte „Der Zauberlehrling“ bereits im Kino Premiere:

Hier ein Bericht des MDR-„Sachsenspiegel“ von den Dreharbeiten:

Weiterlesen:
Daniela Pfeifer schreibt in der Sächsischen Zeitung: „Der Zauberlehrling verhext die Görlitzer Altstadt



Kommentar verfassen