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Wikingerschatz von Sylt kommt nach Schloss Gottorf

Das Nydamboot auf Schloss Gottorf / Foto:  Wikipedia/Erik Christensen
Das Nydamboot auf Schloss Gottorf / Foto: Wikipedia/Erik Christensen / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Das Morsumer Kliff. In seiner Nähe wurde der Wikingerschatz gefunden / Foto: Ichwarsnur / CC-BY-SA 4.0

Überraschender Fund aus der Wikingerzeit: Im vielfach umgepflügten Boden eines Acker auf der Insel Sylt sind Archäologen auf den größten Silberschatz gestoßen, der bislang in Schleswig-Holstein entdeckt worden ist. Am Montag wurde der Fund des insgesamt rund ein Kilogramm schweren Horts aus 180 Teilen öffentlich bekannt gegeben. Er wird auf die Zeit um 950 n.Chr. datiert.

Entdeckt wurde der Schatz bereits auf einem Acker in Sylt-Morsum, das sonst vor allem durch sein Kliff bekannt ist. Der Schatz besteht aus gut erhaltenen Armringen, Fingerringen, einem Halsring, aber auch Münzen, Metallbarren und Schmelzresten.

Die Entdeckung hatte sich schon lange angekündigt: Ein örtlicher Bauer hatte bereits vor Jahren auf seinem Acker eine silberne Ringfibel entdeckt. Als der Fund nach seinem Tod einem Schleswiger Archäologen in die Hände geriet, informierte dieser das Archäologische Landesamt. Dieses startete daraufhin eine Grabung, unterstützt von ehrenamtlich tätigen Sondengängern der Detektorgruppe Schleswig-Holstein. Diese führte im Juli 2017 bereits nach 15 Minuten zu ersten Funden.

„Der Hortfund von Morsum ist ganz zweifellos von außergewöhnlicher Bedeutung für die Geschichte Schleswig-Holsteins im 10. Jahrhundert“, sagt Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein. Der Fund war bis Montag geheim gehalten worden.

Morsum war im 9. Jahrhundert eines der ersten Siedlungsgebiete der Friesen auf Sylt. Es waren unruhige Zeiten damals, immer wieder tauchten raubgierige Nordmänner an der Nordseeküste auf. Man tat also gut daran, Wertgegenstände in „Erdtresoren“ zu verstecken.

Der „Wikingerschatz von Sylt“ soll künftig in der Dauerausstellung auf Schloss Gottorf zu sehen sein, wo auch das Nydamboot gezeigt wird.
Da wäre er ja in guter Gesellschaft.

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Das Archäologische Landesamt bringt Fotos des Wikingerschatzes und erläutert die Fundumstände: „„Sylter Schatz erzählt viel über die Wikingerzeit““
Die dpa berichtet (hier via Hamburger Abendblatt): „Sylt: Großer Silberschatz aus der Wikingerzeit entdeckt

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