Schloss_Landsberg_Meiningen

Chinesen wollen Schloss Landsberg zum Luxushotel machen

Foto: Wikipedia / Kramer96 / CC-BY-SA 3.0
Nobel sieht’s aus im Meininger Schloss Landsberg / Foto: Wikipedia / Kramer96 / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Wolkenkratzer / CC-BY-SA 3.0

Die chinesische New Silk Road Company möchte Mitte 2018 auf Schloss Landsberg in Thüringen ein Luxushotel eröffnen – die Chinesen knüpfen damit an alte DDR-Zeiten an, als das Schloss bereits als Luxusherberge des SED-Regimes für speziell ausländische Diplomaten fungierte. Von der Schlüsselübergabe berichtet inSuedthueringen.de

Die Firma mit Sitz in Dubai hat das einstige Lustschloss der Herzöge von Sachsen-Meiningen für einen unbekannten Preis von der Stiftung Meininger Baudenkmäler erworben. Es stand seit 2015 für 4,5 Millionen Euro zum Verkauf.

Hong Lin Cong und Dian Yuan vom chinesischen Investor nahmen jetzt die Schlüssel in Empfang. Grunderwerbssteuer, Notarkosten und der Kaufpreis sind geflossen. Die Käufer stehen nun seit Mai im Grundbuch.


Schloss Landsberg bei Nacht / Foto: Wikipedia / Heinrich Frhr. v. Berlepsch / CC-BY-SA 3.0
Schloss Landsberg bei Nacht / Foto: Wikipedia / Heinrich Frhr. v. Berlepsch / CC-BY-SA 3.0

In den nächsten Monaten soll die leer stehende Anlage „behutsam“ renoviert werden. Das alte/neue Luxushotel soll dann vor allem gut betuchte chinesische Gäste auf Europa-Urlaub in die thüringische Provinz locken.

Das neogotische einstige Ex-Vier-Sterne-Haus verfügt über sieben Suiten und 13 Gästezimmer.

Die gemeinnützige Stiftung Meininger Baudenkmäler will mit dem Verkaufserlös andere Immobilien aus ihrem Besitz sanieren.

Angst, dass die Chinesen das Schloss bei einem Fehlschlag des ambitionierten Hotelplans demontieren und in ihrer Heimat wieder aufbauen, muss man nicht haben. Da ist dann doch der Denkmalschutz vor.

Schloss Landsberg steht an der Stelle der Burg Landeswehre aus der Zeit um 1100. Diese ereilte 1525 das Schicksal in Form eines erzürnten Bauernhaufens, der die Werra entlangzog und die verhassten Adels-Festungen in Brand steckte.

Den mächtigen mittelalterlichen Bergfried konnten allerdings auch die Bauern nicht knacken. Er stand die nächsten 160 Jahre lang mahnend auf seinem Felskegel über dem Werratal.

1685 wollten die frischgebackenen Herzöge des Mini-Staats Sachsen-Meiningen an die Steine des Turms heran, um sie für ihr Residenzschloss im nahen Meiningen zu verwenden. Also wurde versucht, den Bergfried mit Schwarzpulver zu sprengen.

Der geborstene Bergfried der alten Burg Landeswehre / Foto: Wikipedia / Kramer96 / CC-BY-SA 3.0
Der geborstene Bergfried der alten Burg Landeswehre / Foto: Wikipedia / Kramer96 / CC-BY-SA 3.0

Das ging allerdings gründlich schief. Der Bau sackte zwar zusammen, brach aber nicht auseinander. Die Stein-Sucher zogen ab. Der geborstene, schräg stehende Bergfried-Stumpf ist heute noch zu sehen.

1836 bis 1840 ließ der Sachsen-Meininger Herzog Bernhard II. hier nach britischem Vorbild ein Lustschloss hochziehen. Den alten Bergfried integrierte er in die Anlage.

Das Schloss wurde zum beliebten Ausflugsziel. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Bürger ausgesperrt.

Ab 1920 gehörte es einem Kaufmann aus New York, der aber auch nicht allzuviel mit der Denkmalimmobilie anzufangen wusste.

Die DDR enteignete die letzten Besitzer nach 1945 und richtete ein Erholungsheim ein, aus dem in den 1970er Jahren ein Luxushotel wurde – wegen seiner neogotischen Architektur beliebt bei Diplomaten und speziell Botschaftern.

Die Architektur ist von englische Adelssitzen inspiert / Foto: Wikipedia / Kramer96 / CC-BY-SA 3.0
Die Architektur ist von englische Adelssitzen inspiert / Foto: Wikipedia / Kramer96 / CC-BY-SA 3.0

Nach der Wende kaufte ein Nachfahre der Erbauer, Prinz Friedrich-Ernst von Sachsen-Meiningen, Schloss Landsberg und führte den Hotelbetrieb weiter.

1997 verkaufte der Adelige an Uwe Klein. Dieser überführte die Immobilie in eine Stiftung, deren Vorsitzender er ist.

Klein modernisierte das Hotel, musste es aber 2014 schließen, da die für den wirtschaftlichen Betrieb nötige Auslastung nicht mehr erreicht wurde. Die Stiftung verkaufte nun an die Chinesen.

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InSuedthueringen.de schreibt: „Schlüssel von Schloss Landsberg an Chinesen übergeben

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