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Schloss Birstein: Seit 500 Jahren Residenz der von Isenburg


Schloss Birstein / Fotos: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann
Schloss Birstein / Fotos: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

Doppelte Freude bei Alexander Prinz von Isenburg-Birstein: Die Familie residiert 2017 seit 500 Jahren auf Schloss Birstein im Main-Kinzig-Kreis.

Und damit den Adeligen nicht das Dach auf den Kopf fällt, gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz jetzt mehr als 230.000 Euro für die Dachinstandsetzung über dem Kernbau aus.

Schloss Birstein liegt am südlichen Fuß des Vogelsbergs und wurde erstmals 1279 als „castrum birsenstein“ erwähnt.

Die ursprünglich mittelalterliche Kernburg wurde immer wieder erweitert. Drei hintereinander liegende Höfe sind so entstanden, ein Vorhof, das „Höfchen“ und der Kutschenbauhof.

Der Archivbau von Schloss Birstein / Foto: Wikipedia / Sarkana / FAL
Der Archivbau von Schloss Birstein / Foto: Wikipedia / Sarkana / FAL

Das änderte sich erst 1806 mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches: Isenburg wurde jetzt ein eigener Kleinstaat unter dem Protektorat Napoleons.

Die wichtigste und wohlhabendste Stadt des Fürstentums war allerdings nicht Birstein, sondern Offenbach bei Frankfurt, wo sich mit dem Birsteiner Schloss eine weitere fürstliche Residenz befand.

Mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft war es auch vorbei mit der Eigenständigkeit des Mini-Fürstentums, das unter den Nachbarn Hessen-Darmstadt und Kurhessen (seit 1866 Preußen) aufgeteilt wurde.

Das Schloss und der ausgedehnte fürstliche Landbesitz wurden von den neuen Landesherren nicht angetastet. Die Fürsten erhielten einen Sitz im preußischen Herrenhaus und durften im wilhelminischen Reich an vorderer Stelle mitspielen.

Das Fürstentum Isenburg (gelb) im Jahr 1812. Bild: Ziegelbrenner / CC-BY-SA 2.5
Das Fürstentum Isenburg (gelb) im Jahr 1812. Bild: Ziegelbrenner / CC-BY-SA 2.5

Fürst Franz-Joseph zu Isenburg-Birstein kam von 1915 bis 1918 noch einmal an die Regierung: Allerdings als Chef der Militärverwaltung des besetzten Litauen.

Dessen Sohn Fürst Franz Ferdinand von Isenburg kam nicht zu solchen Würden, was auch daran lag, dass er nicht in die NSDAP aufgenommen wurde. Die Nationalsozialisten nahmen dem Fürsten den Kontakt mit Frankfurter Juden übel. Er verbrachte den Krieg im Schloss.

Sein Bruder Ferdinand Karl von Isenburg machte hingegen bereits in den 1920er Jahren als lupenreiner Nazi Karriere: Der „SA-Standartenführer“ stand als SA-Adjutant an der Seite von Franz Ritter von Epp, 1933 bis 1945 Hitlers Reichsstatthalter in Bayern.

Davon redet heute freilich niemand mehr. Nun steht der Erhalt des Schlosses im Vordergrund. In den 1990er Jahren konnte der in den alten Holzbalken nistende Hausschwamm ausgeräuchert werden.

Das Problem ist allerdings eher ein Statisches: Die oberen Etagen sind zu schwer. In den Mauern haben sich Risse gebildet.

Ins Schloss kommt man nur gelegentlich (Link zu den Veranstaltungen): Etwa am Tag des offenen Denkmals, wenn im Weißen Saal traditionell ein klassisches Konzert gespielt wird

Am ersten Wochenende im September findet der traditionelle Birsteiner Markt statt. Er startet am jeweiligen Samstagabend mit einem großen Umzug, der die Festwagen auch durch den Schlosshof führt.

Der vordere Teil dieses Textes basiert auf einer Pressemitteilung der Stiftung Denkmalschutz: „Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Schloss Birstein

Die Sendung „Erlebnis Hessen“ über Schloss und Schlossherrn (von 2015):

Hier ein paar private Videobilder:

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