Kago-Schloss: Verkauf gescheitert – oder doch nicht?

Das Wasserschloss wird im Online-Katalog von "Sotheby's" angeboten / Bild: Screenshot
Das Wasserschloss wurde im Online-Katalog von „Sotheby’s“ angeboten / Bild: Screenshot

Die Zukunft des Kago-Schlosses in Postbauer-Heng (Mittelfranken) bleibt weiter offen: Der Verkauf der Luxusimmobilie des insolventen „Ofenkönigs“ an den Münchener Unternehmer Sveta Todorovic für fünf Millionen Euro ist gescheitert.

Der Investor hat den bei der Zwangsversteigerung vereinbarten zum Stichtag nicht überwiesen. Das meldet der Bayerische Rundfunk.

Das Schloss war im August am Amtsgericht Nürnberg zwangsversteigert worden.

Todorovic hatte sich nach der Versteigerung gegenüber den Medien über „das gute Geschäft“ gefreut – schließlich wird das Schloss auf einen Wert von rund zehn Millionen Euro geschätzt.

Die Gläubiger hatten dem für sie verlustreiche Geschäft im Sommer zähneknirschend zugestimmt. Der Verkaufserlös hatte unter ihnen aufgeteilt werden sollen. Sie können nun juristisch gegen den Käufer vorgehen.

Der Unternehmer verspricht derweil, die fünf Millionen Euro in den kommenden Tagen zu bezahlen. Grund für den verpassten Zahlungstermin sei ein „Liquiditätsengpass“ gewesen, heißt es bei Nordbayern.de – Der Investor warte noch auf das Geld aus einem anderen Immobilienverkauf.

In zwei Wochen sei ein Tag der Offenen Tür geplant, so Todorovic.

Es ist bereits der dritte Versuch, das Schloss in der Oberpfalz per Versteigerung zu Geld zu machen. Für zehn Millionen Euro hatte sich zunächst kein Käufer gefunden. Auch die Idee, das Schloss zu einem Luxushotel zu machen, fruchtete nicht.

Das Schloss verfügt über 1800 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche auf fünf Etagen und 25 Zimmer. Es wurde 2004 bis 2006 im französischen Stil erbaut und erinnert an die barocken Prunkschlösser an der Loire. Der Stil ist wohl auch eine Hommage an die aus Frankreich stammende Frau des einstigen Kamin-Königs.

Innen strotzt das Kago-Schloss vor Marmor und allerlei teuren Extras. Erschlossen wird es durch eine Privatstraße, die „Kago-Allee“. Es gibt auch einen 1000 Quadratmeter großen See.

Am besten erkennt man die Ausmaße der weitläufigen Anlage aus der Luft, denn zum Schloss gehört noch eine sechs Hektar große, bestens gepflegte Parkanlage.

Als Zugabe gibt es noch einen privaten Tierpark, mit Stallungen für Pferde, Zwergponys, Schneeeulen, Papageien, Hasen, Vögel, Schweine und Enten. Die Tiere sind noch da und könne übernommen werden. Auch eine private Kapelle ist vorhanden und natürlich ein Gästehaus.

Bauherr Karl-Heinz Kago war Gründer des jahrelang höchst erfolgreichen Ofenbauunternehmens Kago, das 2010 Insolvenz anmelden musste. Seinem Wohnort Postbauer-Heng griff Kago mit hohen Beträgen unter die Arme. Er renovierte zum Beispiel das marode Schwimmbad des Städtchens auf eigene Kosten.

Weiterlesen:
Martin Hähnlein schreibt auf der Seite des Bayerischen Rundfunks Mittelfranken: „Schloss-Verkauf überraschend geplatzt
Alexandra Haderlein berichtet in den Neumarkter Nachrichten (via Nordbayern.de): „Wirbel um Kago-Schloss: Käufer will bald zahlen

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