Schloss Schönfeld / Foto: Wikipedia / Dubelleser / CC-BY-SA 3.0

Nach Vandalismus auf Schloss Schönfeld: Verdächtige ermittelt


Die Innenausstattung ist üppig Foto: Wikipedia / Lydia1 / CC-BY-SA 3.0
Die Innenausstattung ist üppig Foto: Lydia1 / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Dubbelleser / CC-BY-SA 3.0

Jugendliche haben im September eine Tür zu Schloss Schönfeld in Schönfeld bei Meißen aufgebrochen und im historischen Gebäude randaliert. Sie richteten mit ihrem Vandalismus Schäden in Höhe von deutlich über 30.000 Euro an.

Die Täter wurden beobachtet. Vier verdächtige Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren konnten ermittelt werden.

Die Marodeure hatten zunächst seine Tür zum älteren Teil des Renaissanceschlosses aufgebrochen. Sie beschädigten dann mehrere Türen und die hölzerne Treppe. Außerdem zerschlugen sie drei Ätzglasscheiben aus der Zeit des Jugendstils – eine Wiederherstellung kostet rund 10.000 Euro – pro Scheibe, sagt das örtliche Landratsamt laut Sächsischer Zeitung.

Die prägnante Kuppel von Schloss Schönfeld / Foto: Wikipedia / Trendy64 / GFDL
Die prägnante Kuppel von Schloss Schönfeld / Foto: Wikipedia / Trendy64 / GFDL

Der Bürgermeister möchte den „Zerstörungsrausch“ (Sächsische Zeitung) der Nachwuchs-Vandalen nutzen, um „ein Exempel zu statuieren“. Das würde allerdings nur die beiden 14-Jährigen treffen, die jüngeren sind noch nicht strafmündig.

Für die Eltern der 14-Jährigen könnte der Vandalismus nach einer zivilrechtlichen Klage teuer werden – allerdings nur, falls ihnen eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden kann.

Das Schloss geht auf eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert zurück. Den ersten Schritt weg vom wehrhaften Gemäuer machten die Herren von der Sahla zwischen 1560 und 1590 mit den heutigen Renaissance-Bauten.

1728 soll hier Auguste Constantia von Cosel, Tochter der Kurfürsten-Mätresse Gräfin Cosel, an den Blattern erkrankt und lebendig begraben worden sein. Angeblich habe der Totengräber Geräusche aus dem Sarg gehört, aber keine Erlaubnis zur Öffnung gehabt.

Schmucke Giebel / Foto: Lydia1 / CC-BY-SA 3.0
Schmucke Giebel / Foto: Lydia1 / CC-BY-SA 3.0

Als er diese endlich eingeholt hatte, sei die junge Cosel zwar zweifelsfrei tot gewesen, man habe aber Kratzspuren im Inneren des Sarges festgestellt. Gruselig.

Angesichts dieser Geschichte ist es kein Wunder, dass sie heute noch im Schloss herumspuken soll..

1768 ließ Carl Friedrich von Erdmannsdorff den immer noch existierenden Wassergraben zuschütten. 60 Jahre später wurden die beiden Zugbücken und drei Verteidigungstürme abgerissen.

Für das heutige Erscheinungsbild des Schlosses sorgte der schwerreiche Industriellen-Erbe Maximilian Dathe von Burgk (1853-1931). Schloss und Rittergut hatte er zur Hochzeit von seinem Vater geschenkt bekommen. Von Burgk ließ sein Schloss erweitern und im Stil der Neorenaissance ausbauen.

Die Familie wurde 1945 enteignet. Die DDR wollte das Schloss zunächst abreißen lassen, nutzte es dann aber als Schule, Kino und Kartonagenfabrik. Nach der Wende begannen umfangreiche Sanierungen. Ein 1996 gegründeter Förderverein hilft dabei.

Das Schloss hat mit Ingeborg Chrysant-Piltz aus Königswinter eine finanzkräfige Freundin: Die Steuerberaterin spendete bereits mehr als 150.000 Euro für den Schloss-Erhalt. Entsprechend entsetzt reagierte sie nun auf ddn Vandalismus…

Weiterlesen:
Jörg Richter schreibt in der Sächsischen Zeitung: „Schaden im Schloss geschätzt“ sowie „Schloss-Mäzenin ist entsetzt



Kommentar verfassen