schloss-harkotten_11

Schloss Korff: 200.000 Euro Zuschuss für Sanierung

Schloss Ketteler /  Foto:gemeinfrei / Das Bild oben zeigt Schloss Korff / gemeinfrei
Schloss Ketteler, zweites Haus der Doppelschlossanlage / Foto: gemeinfrei / Das Bild oben zeigt Schloss Korff / gemeinfrei

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) übergibt jetzt einen symbolischen Fördervertrag über 200.000 Euro an Myriam Freiherrin von Korff für die Restaurierung der Ostfassade und des Erdgeschosses von Schloss Korff.

Schloss Korff ist Teil der Doppelschlossanlage Haus Harkotten in Sassenberg-Füchtorf im Münsterland und normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Ausnahme ist die Zeit des Gartenfestival Schloss Harkotten jedes Jahr im September.

Die beiden Schlösser liegen in einer Moor- und Heidelandschaft auf Inseln mit Parks, Wiesen, Wäldern und Wirtschaftsbauten. Der Ursprung der Schlösser Harkotten liegt in einer von Ritter Heinrich III. von Korff (ein Lehnsmann des Erzbischofs von Münster) wohl im 13. Jahrhundert erbauten zweiflügeligen Burg.

1334 teilten sich seine Söhne den Besitz. Die Vorburg, die Mühle, das Gerichtshaus mit dem Kerker, die Försterei und die Brauerei sowie die ab 1311 erbaute Schlosskapelle blieben gemeinsamer Besitz beider Familienzweige.

Nachdem bereits Mitte des 18. Jahrhunderts der östliche Teil der Burg wegen Baufälligkeit abgerissen und östlich davon, auf einer von Gräften umzogenen Insel, durch ein repräsentatives Barockschloss ersetzt worden war, ließ die Familie von Korff den westlichen Teil des Burghauses Anfang des 19. Jahrhunderts abreißen und auf seinen Fundamenten ein klassizistisches Schloss errichten: Schloss Korff.

Der aus verputztem Werkstein errichtete Bau erhebt sich auf einem längsrechteckigen Grundriss in zwei Geschossen. Die Westfassade gliedern symmetrisch angeordnete Hochrechteckfenster und drei Risalite. Der mittlere Risalit wird von einem Dreiecksgiebel mit einem Wappenmedaillon der Erbauer bekrönt. Ein flaches Walmdach deckt das Gebäude.

Luftbild von Schloss Harkotten / Foto: Dietmar Rabich / CC-BY-SA 4.0
Luftbild von Schloss Harkotten / Foto: Dietmar Rabich / CC-BY-SA 4.0

Bei Renovierungen im Jahr 2014 wurden hinter Schrankwänden im Erdgeschoss umfangreiche Wandbemalungen des Hofmalers Philipp Bartscher entdeckt.

Es handelt sich um sogenannte Illusionsmalerei aus den Jahren 1816/17. Die Motive sind Papageien und Rosenranken.

Der Künstler war ein schlauer Geschäftsmann: Er gründete die erste Möbelmanufaktur Westfalens und fand unter den münsteraner Adeligen reichlich Abnehmer. Einige der Bartscher-Stücke stehen heute noch im Schloss.

Die Doppelschlossanlage Haus Harkotten ist nach Ansicht der Stiftung Denkmalschutz „ein kunsthistorisch, architektonisch und geschichtlich bedeutendes Herrenhausensemble“.

Anzeige

Diese Bedeutung unterstreichen die weitgehend erhaltenen, freigelegten originalen Raumfassungen Bartschers, das Mobiliar aus seiner Manufaktur und die vollständig erhaltene Bauakte des Architekten zum Schloss Korff.

Die Eigentümer, die im Obergeschoss des Gebäudes leben, möchten das Haus künftig mehr für die Öffentlichkeit öffnen. Den Westfälischen Nachrichten gegenüber erklärte Frau von Korff, das Schloss zum Museum machen zu wollen.

Dieser Artikel besteht zu großen Teilen aus einer Pressemitteilung der Stiftung Denkmalschutz: „Schloss Korff in Sassenberg von DSD gefördert„.

Kommentar verfassen