Burg Harburg mit Schlosskirche St. Michael

Tunnel-Bauarbeiten beschädigen Burg Harburg

Das Tor zur Burg Harburg / Fotos: Burgerbe.de
Das Tor zur Burg Harburg / Fotos: Burgerbe.de

Unterhalb der Burg Harburg in Schwaben erstreckte sich 2015 für sechs Monate eine großangelegte Baustelle: Für 6,1 Millionen Euro ließ der Bund die beiden Harburger Tunnel der B25 erneuern.

Nun zeigt sich: Das Bauprojekt 30 Meter unter des Harburger Wahrzeichens brachte nicht nur Staus und Umleitungen, sondern beschädigte auch die historische Burganlage. Das meldet die Augsburger Allgemeine.

In der zum Burgkomplex gehörenden Schlosskirche St. Michael fiel danach der Stuck „in faustgroßen Brocken“ von der Decke. In den Wänden von Kirche und Burg hätten sich Risse gebildet.


Trutzig: Burg Harburg
Trutzig: Burg Harburg

Die Rissbildung ist eher ungewöhnlich, da die Burg sicher gegründet auf einem Felsen steht. Allerdings ist das Gestein in der Lage, Schwingungen von der nahen Baustelle zu übertragen.

So könne es sein, dass Bohrungen oder der Einsatz einer Rüttelwalze für die Schäden verantwortlich seien, teilte das Staatliche Bauamt Augsburg mit.

Nun verhandelt die Bundesbehörde mit dem Burg-Eigentümer, der Fürst zu Oettingen-Wallerstein Kulturstiftung, über eine Entschädigung. Eine Sanierung der Kirche ist ohnehin geplant.

Burg Harburg thront über Harburg an der Wörnitz im bayerischen Teil Schwabens / Foto: gemeinfrei
Burg Harburg thront über Harburg an der Wörnitz im bayerischen Teil Schwabens / Foto: gemeinfrei

2015 war ohnehin kein gutes Jahr für die Burg über dem Städtchen an der malerischen Wörnitz: Im Juli traf ein schweres Unwetter mit Hagelschlag die Burg.

Reihenweise gingen historische Bleiglasfenster zu Bruch, die in diesem Jahr aufwendig rekonstruiert werden mussten. Der Schaden lag laut Zeitung bei 60.000 bis 80.000 Euro.

Seit 1299 ist die Burg im Besitz der Grafenfamilie von Oettingen. Zuvor, seit 1150, gehörte sie den Staufern, die sie 1299 an die Oettinger Grafen verpfändet und seitdem nicht wieder ausgelöst haben.

Fallgatter am Oberen Tor
Fallgatter am Oberen Tor

Prägnantestes Bauwerk ist der Fürstenbau, von dem aus die Grafen von 1493 bis 1549 ihr kleines Reich mit harter Hand regierten. Vergangenes Jahr wurde im Saalbau der frisch renovierte Festsaal wieder eröffnet.

Die Burg ist vor allem im Zustand des 18. Jahrhunderts erhalten. Es sind romanische, gotische und barocke Bauabschnitte erkennbar.

Burg Harburg kann jeweils vom 15. März bis 31. Oktober (außer montags) besichtigt werden.

Weiterlesen:
Wolfgang Wiedermann schreibt in der Augsburger Allgemeinen: „Burg Harburg: Hagel und Gerüttel setzen alter Festung zu
Mehr zu den Bauarbeiten auf BR24: „Der Harburger Tunnel: Jetzt rundum erneuert



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