Burg Veldenstein in Neuhaus an der Pegnitz / Foto: Wikipedia/Xocolatl

Burg Veldenstein soll Jugendherberge werden

Burg Veldenstein / Foto: Wikipedia / Mikmaq / CC-BY-SA 3.0
Burg Veldenstein / Foto: Wikipedia / Mikmaq / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Foto: Wikipedia / Xocolatl / CC-BY-SA 3.0

Der Freistaat Bayern will die fränkische Burg Veldenstein für 5,1 Millionen Euro sanieren und anschließend im Herrenhaus eine Jugendherberge mit etwa 70 Betten einrichten. Das teilte Bayerns „Heimatminister“ Markus Söder (CSU) jetzt auf der Burg mit.

Im verregneten Mai 2013 hatten sich rund 300 Tonnen Felsgestein vom Veldensteiner Burgberg gelöst.

Auch Teile der Burgmauer rutschten ab. Die Gerölllawine beschädigte ein Wohnhaus im Ort Neuhaus/Pegnitz leicht.

Rundturm und Bergfried von Burg Veldenstein / Foto: gemeinfrei
Rundturm und Bergfried von Burg Veldenstein / Foto: gemeinfrei

Der Freistaat, Besitzer der Burg, steckte daraufhin 780.000 Euro in die Sicherung des Burgbergs und ließ eine Aussichtsplattform errichten.

Nun ist eine großangelegte Sanierung der Mauern und ein neues System zur Ableitung des Regenwassers geplant. Laut der Untersuchung einer Beratungsfirma ließe sich auf der Burg eine Jugendherberge einrichten.

Diesen teuer eingeholten externen Vorschlag will die bayerische Staatsregierung dem Landtag zur Entscheidung vorschlagen (eine gute Idee! Aber hoffentlich bedenken die Bayern, dass sie dann auch die Folgekosten einkalkulieren müssen).

Ziel ist der Burg „ihre Bedeutung für den Tourismus wiederzugeben“, wie Söder etwas umständlich formulierte.

Nach der als sicher geltenden Zustimmung könnte die auf drei Jahre angelegten Arbeiten 2017 beginnen. Bis dahin soll ein Betreiber der neuen Herberge gefunden werden.

Blick vom Bergfried / Foto: gemeinfrei
Blick vom Bergfried / Foto: gemeinfrei

Das beliebte Veldensteiner Festival auf der Burg musste 2013 nach dem Felssturz und dann auch 2015 ausfallen. Für das Jahr 2016 hörte man gar nichts von der Musikveranstaltung.

Burg Veldenstein wurde 1269 erstmals erwähnt. Nachdem ein Blitzschlag im Jahr 1708 den Pulverturm zur Explosion gebracht hatte, schwand das Interesse ihrer Besitzer, der Bamberger Bischöfe, deutlich. Die Ruine verfiel.

Ihre Rettung verdankt die Burg dem Nürnberger Mediziner Dr. Hermann von Epenstein, der sie 1897 kaufte.

Um die Jahrhundertwende wohnte auch die Familie des jungen Hermann Göring im 1863 errichteten Herrenhaus – just in dem Gebäude, das jetzt zur neuen Jugendherberge werden soll.

1939 bis 1945 war der Nazi-Minister selbst Besitzer der Burg, ließ sie renovieren und – ganz im Stil der Zeit – 1942 um einen Bunker ergänzen.

Schließlich kam er selbst regelmäßig zur Jagd nach Veldenstein, und wollte dabei vor alliierten Bombenangriffen sicher sein. Der Bunker existiert noch.

Seit 1950 ist der Freistaat Bayern Eigentümer der Burg. Seit Juli 2014 ist die Burg mit Aussichtsplattform wieder für die Öffentlichkeit offen.

Weiterlesen:
InFranken beschränkt sich auf die dpa-Meldung: „Burg Veldenstein: Sanierung nach Felsabsturz für 5,1 Millionen Euro
Ausführlicher und faktenreicher ist der Bericht von Katja Bub bei N-Land: „Burg Veldenstein bekommt eine Jugendherberge

Luftaufnahmen von Burg Veldenstein:



Kommentar verfassen