Trauer auf Schloss Schlettau: Manfred Drechsel ist tot

Schloss Schlettau im Erzgebirge / Foto: Wikipedia/Leppus
Schloss Schlettau im Erzgebirge / Foto: Wikipedia/Leppus/CC BY 3.0 DE

Der langjährige Vorsitzende des Fördervereins von Schloss Schlettau, Manfred Drechsel, ist tot. Drechsel starb an einer Krebserkrankung. Das meldet die „Freie Presse“.

Als Chef des Fördervereins hat Drechsel mit weiteren Denkmalfreunden die umfangreichen Sanierungsarbeiten im sächsischen Schloss organisiert. Von 1996 bis 2006 wurde das Schloss restauriert. Drechsel packte selbst gerne mit an.

Als das Schloss schließlich für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, gestaltete er die Verwaltungsarbeiten mit. 20 Jahre lang war er praktisch täglich in „seinem“ Schloss und versuchte Besuchern die Geschichte des Gemäuers näher zu bringen. Auch gern bei den „Mitternachtsführungen mit dem Schlossgeist“.

Drechsel zeichnete auch eine gehörige Prise Humor aus. Im Frühjahr 2014 meldete er die Entdeckung eines sagenhaften Geheimgangs zum Zisterzienserkloster Grünhain.

Die Neuigkeit zog viele Neugierige an, wurde dann allerdings schnell als Aprilscherz aufgelöst (das Kloster ist 15 Kilometer entfernt).

Schloss Schlettau geht auf den im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbauten Palas zurück, der an Stelle eines alten Kastells entstand. Hier saßen die Reichsministerialen von Crimmitschau.

Es wurde um 1900 mit neogotischen Elementen restauriert. Das Herrenhaus besteht laut Wikipedia aus einem Renaissance-Mittelteil (ca. 1620) und zwei barocken Flügeln (Anfang 18. Jahrhundert).

Der Park von Schloss Schlettau / Foto: Wikipedia/Miebner
Der Park von Schloss Schlettau / Foto: Wikipedia/Miebner/CC BY 3.0 DE

1995 wurde auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Matthias Greifenhagen ein Förderverein gegründet, der sich seitdem um die Rettung des Denkmals kümmert.

Vor allem die auseinander driftenden Außenmauern, die Erneuerung vieler Dächer und die Sicherung und Restaurierung barocker und klassizistischer Wandmalereien kosteten erhebliche Ressourcen. Außerdem wurde eine moderne Heizung eingebaut.

Das Denkmal wird heute vom Förderverein Schloss Schlettau für kulturelle, touristische und gastronomische Zwecke genutzt. Der Verein schreibt auf seiner Homepage: „Die Deckung der Betriebskosten stellt den Förderverein ständig vor große Aufgaben. Trotz Vermietungen und einer attraktiven Präsentation der Räume und des Parks ist der weitere Betrieb von Spenden und Sponsoren abhängig.“

2015 war ein äußerst schwieriges Jahr: Doch die drohende Insolvenz konnte abgewendet werden.

Antja Flath schreibt in der „Freien Presse“: „Schloss Schlettau verliert seinen Schlossherren

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