Burg Randeck

Burg Randeck: Raubritternest im Altmühltal


Burg Randeck über dem Altmühltal / Fotos: Burgerbe.de
Burg Randeck über dem Altmühltal / Fotos: Burgerbe.de

Wer eine spektakulär gelegene Burg mit phänomenaler Aussicht sucht, wird im Altmühltal fündig: Auf einem Dolomitfelsen über dem Örtchen Essing nahe Kelheim thront seit rund 800 Jahren die Burg Randeck.

Die Herren von Essing, bzw. von Randeck zwangen dann um das Jahr 1200 die Bewohner der umliegenden Dörfer, in jahrelanger Fronarbeit den heute 36 Meter hohen Bergfried und die Nebengebäude mitsamt eines Mauerrings zu errichten.

Es entstand eine verhältnismäßig große Burg mit geräumigem Innenhof. Zum Verdruss der Dorfbewohner verlegten sich die Besitzer ab 1298, die Grafen Babo von Abensberg, auf das Ausplündern von reisenden Händlern der benachbarten Städte.


Burg Randeck über Essing um 1660 / Bild: Merian / gemeinfrei
Burg Randeck über Essing um 1660 / Bild: Merian / gemeinfrei

Den stolzen Raubrittern in ihrer uneinnehmbaren Burg war ohne langwierige Belagerung jahrzehntelang nicht beizukommen. Der Ruf von Burg Randeck war gänzlich ramponiert.

Nachdem der letzte der Babos, Niclas von Abensberg, 1485 erstochen aus dem Leben schied, fiel die Burg an das Herzogtum Bayern. Bayern-Herzog Wilhelm IV. verkaufte die Anlage 1519 an einen seiner wichtigsten Ratgeber: Leonhard von Eck.

Von Eck baute als herzoglicher Rat zentrale Strukturen in Bayern auf und versuchte angesichts der immer stärker werdenden Reformation den arg weltlich agierenden Klerus zur Mäßigung zu bewegen.

Aussicht von Burg Randeck
Aussicht von Burg Randeck

Mehr Erfolg hatte er mit dem Verbot für Landeskinder, in Luthers Wittenberg zu studieren.

Für Ecks Sohn wäre das eh nichts gewesen. Er hatte es lebenslang nicht so mit dem Lernen. Eher im Gegenteil. Er verprasste nach 1550 das komplette Erbe, inklusive Burg Randeck. Die fiel einige Jahre später – wie so vieles in Bayern – an die Familie Fugger.

1638 wäre die Burg fast vernichtet worden: Schwedische Truppen nahmen sie ein und beschädigten sie schwer. Nach wechselnden Besitzern kam die Burgruine 1818 an das wenige Jahre zuvor gegründete Königreich Bayern.

Jahrhundertelang verfiel die Burg
Jahrhundertelang verfiel die Burg

Die Burg war in einem beklagendwert schlechtem Zustand: 1838 stürzte sogar der Bergfried ein. Kronprinz Maximilian von Bayern ließ ihn 1842 rekonstruieren und die weiteren Teile der Ruine sichern.

1975 wurde Burg Randeck umfassend renoviert und für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Burg ist heute im Besitz des Marktes Essing und kann besichtigt werden.

Das Tor ist normalerweise geschlossen – der freundliche Herr, der im Haus gegenüber wohnt, verkauft die Eintrittskarten und öffnet gern.

Man kann den Bergfried auch besteigen und hat dann den besagten phänomenalen Blick über das Altmühltal.

Blick vom Bergfried
Blick vom Bergfried

Und hier ein Fotogalerie bei YouTube:

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