Winterthur will Burgruine Alt-Wülflingen sanieren

Von der Burg Alt-Wülfingen ist nur dieser noch 18 Meter hohe Bergfried / Foto: Wikipedia / KatB / CC-BY-SA 3.0
Von der Burg Alt-Wülflingen ist nur dieser noch 18 Meter hohe Bergfried, erhalten. Er diente bis 1764 als Gefängnisturm / Foto: Wikipedia / KatB / CC-BY-SA 3.0

Das Gute an der Schweiz, abgesehsen von der alpinen Aussicht und den putzigen Ortsnamen, ist der kapitalkräftige Einsatz für das kulturelle Erbe.

So hat der Stadtrat von Winterthur gerade 171.500 Franken (ca. 159.000 Euro) für den Bau eines Holzdachs für die Ruine der Burg Alt-Wülflingen freigegeben. In einem zweiten Schritt soll das angegriffene Mauerwerk saniert werden.

Insgesamt wird mit Kosten von ca. zwei Millionen Franken (ca. 1,85 Millionen Euro) gerechnet, vier Mal so viel wie ursprünglich geplant. Die Stadt hofft auf Zuschüsse des Kanton Zürich.

Die Sanierungsarbeiten sollen ausgeschrieben werden. Durch den bürokratischen Aufwand kann voraussichtlich erst im Frühjahr 2017 mit den Arbeiten begonnen werden.


Damit die Ruine bis dahin zumindest vor von oben eindringendem Regenwasser geschützt ist, kommt jetzt im Frühjahr 2016 erstmal das Dach.

Von der Burg steht noch ein 18 Meter hoher, quadratischer Turm mit den Maßen 7,4 x 7,4 Meter. Er befindet sich auf einer Anhöhe über dem sogenannten Totentäli (sollte es da ein Ortsschild geben, werde ich es irgendwann stehlen).

Eine Burg Wülflingen existierte bereits Mitte des 11. Jahrhunderts als Besitz der schwäbischen Grafen von Achalm.

So sag die Burg 1673 aus / Bild: gemeinfrei
So sag die Burg 1673 aus / Bild: gemeinfrei

Diese waren treue Gefolgsleute des Kaisers.  Graf Kuno von Achalm sperrte 1055 ein Jahr lang den Regensburger Bischof Gebhard III. auf der Burg ein. Grund: Der räuberische Gottesmann war in ein gescheitertes Komplott verstrickt, Kaiser Heinrich III. zu ermorden.

1264 fiel die Burg an das aufstrebende Haus Habsburg. Die Grafen  von Habsburg-Kyburg erbauten den bis heute erhaltenen Turm aus Sandstein-Buckelquadern (die Wände sind 2,25 Meter dick.

Die dicken Mauern könnten sicher allerlei tragische Geschichten erzählen: Der bankrotte Burgherr Konrad von Rümlang wurde 1529 wegen Betrugs enthauptet. 1596 entvölkerte eine Pestepidemie die Burg.

1644 endete die große Zeit der Burg. Hans Hartmann Escher vom Luchs, Besitzer des umliegenden Ländereien, ließ sich ein bequemeres Schloss bauen, wobei er Steine der Burg als kostenloses Baumaterial recycelte.

Der massive Burgturm diente bis 1764 als Gefängnis für Wülflinger Gesetzesbrecher. Danach begann der unaufhaltsame Verfall (begünstigt durch Baustoff-Klau). 1911 kamen noch Schäden durch ein Erdbeeben hinzu.

1983 wurde der Turm schon einmal saniert. Doch die harten Winter haben schon wieder tiefe Spuren im Mauerwerk hinterlassen. Seit 2013 ist der Turm wegen Einsturzgefahr geschlossen. Fünf eng um den Turm gezogene Spanngurte sichern die Fassade provisorisch.

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„Der Landbote“ aus Winterthur schreibt: „Die Ruine Alt-Wülflingen wird saniert

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