Schloss_Schoenberg_Wenzenbach

Oberarzt rettet Schloss Schönberg bei Regensburg

Front von Schloss Schönberg / Foto: Wikipedia / luckyprof / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Wikipedia / Johanning / CC-BY-SA 3.0
Front von Schloss Schönberg / Foto: Wikipedia / luckyprof / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Wikipedia / Johanning / CC-BY-SA 3.0

Eigentlich wollte Dr. med. Hans-Hermann Klünemann ein altes Bauernhaus kaufen. Aber irgendwie ließ ihn dann der Charme des völlig heruntergekommenen Schlosses Schönberg in Wenzenbach vor den Toren Regensburgs nicht mehr los – 2011 kaufte er das Denkmal.

Die Sanierung ist selbst für einen Oberarzt eine kaum zu schaffende Lebensaufgabe. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz half nun zum dritten Mal mit einer bitter nötigen Finanzspritze.


Nachdem sie die Fassadensanierung mit 170.000 Euro gefördert hatte, steckt sie nun 70.000 Euro in die Inneninstandsetzung der Schlosskapelle und der Treppenhalle im zweiten Stock des Schlosses.

An der Maßnahme beteiligen sich auch das Land Bayern und die Diözese.

Eine Burg Schönberg bestand vermutlich bereits im 9. oder 10. Jahrhundert. Besitzer von Schönberg waren unter anderen die Reichsgrafen von und zu Lerchenfeld, die Freiherren von Stingelheim und natürlich die in Regensburg allgegenwärtigen Fürsten von Thurn und Taxis.

Eine große Rolle spielte das Schloss im bayerischen Erbfolgekrieg, dessen entscheidende Schlacht, die Schlacht von Wenzenbach – die letzte große Ritterschlacht des Mittelalters – 1506 quasi vor den Toren des Schlosses stattfand. Die Gefolgsleute Kaiser Maximilians I. metzelten dabei 1600 böhmische Kämpfer nieder und machten reiche Beute.

Der kunstvolle Dachaufbau des Turms ist auch wieder komplett / Foto: Wikipedia / luckyprof / CC-BY-SA 3.0
Der kunstvolle Dachaufbau des Turms ist auch wieder komplett / Foto: Wikipedia / luckyprof / CC-BY-SA 3.0

Schloss Schönberg liegt hoch über Wenzenbach. Der dreigeschossige Bau über einem unregelmäßigen Grundriss schließt mit einem Walmdach ab. Der Kernbau kann mit Hilfe der verwendeten Baumstämme auf 1254 datiert werden.

Die Keller stammen vermutlich von einem Vorgängerbau. Teile der wohl spätmittelalterlichen Ringmauer mit Schalentürmen, Zwingermauer mit Graben und äußerer Mauer aus Granitbruchstein sind noch erhalten. Nach Erweiterungen im Mittelalter folgten Umbauten im späten 17. und 18. Jahrhundert. Der Dachstuhl stammt von 1820/1823.

Im Inneren wird das Schloss durch eine barocke Podesttreppe geräumig erschlossen. Sparsamer Deckenstuck und geschnitzte Türeinbauten des 18. Jahrhunderts sind erhalten, ebenso Spuren von Wandmalereien aus der Renaissance- und Barockzeit sowie dem 19. Jahrhundert.

Zum Schloss gehört seit 1700 die katholische Schlosskapelle St. Joseph, ein rechteckiger Raum mit Westempore, Holzdecke mit Rundbildern, sowie Altären aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Schloss Schönberg war dem Verfall preisgeben, bevor es 2011 von Dr. Klünemann erworben wurde.

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Die Silhouette des Schlosses ist wieder komplett, seit der fertig gezimmerte Turmaufsatz von einem Autokran auf den talseitigen mehrgeschossigen Erker aufgesetzt wurde. Das Dach der Burg ist mittlerweile wiederhergestellt.

Nachdem umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an den Wänden erfolgt sind, ist die hangseitige Fassade wieder sicher. Es folgte schließlich die Rettung der restlichen talseitigen Fassaden.

Der Eigentümer wird die oberen Geschosse des Schlosses bewohnen und das Erdgeschoss und den Schlosshof für öffentliche Nutzungen und für die Gemeinde zur Verfügung stellen. Er denkt über „einen Kulturstadel“ und Freilicht-Veranstaltungen nach.

Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen soll auch der wiedergefundene Burggraben freigelegt werden und die vor dem Burgraben liegende Fläche als Park öffentlich nutzbar sein.

Dieser Artikel stammt weitestgehend aus einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Stiftung Denkmalschutz fördert zum dritten Mal Schloss Schönberg in Wenzenbach

2012 gab die Stiftung Denkmalschutz bereits 100.000 Euro für die Fassaden-Restaurierung. Nachzulesen in der Mittelbayerischen Zeitung (von Martina Schaeffer): „Eine Geldspritze für die Schlossfassade



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