Die Norderburg in Dornum / Foto: Wikipedia / Wladyslaw Sojka / CC-BY-SA 3.0

Dornum: Wasserschloss Norderburg mit saniertem Rittersaal

Der sanierte Festsaal auf Schloss Dornum © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz / Foto oben: Wikipedia / Wladyslaw Sojka / CC-BY-SA 3.0
Der sanierte Festsaal auf Schloss Dornum © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz / Foto oben: Wikipedia / Wladyslaw Sojka / CC-BY-SA 3.0

Am Montag wird der frisch restaurierte Rittersaal des Wasserschlosses im ostfriesischen Dornum in einer Feierstunde eingeweiht. An der Restaurierung des Barocksaals hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor zwei Jahren mit 40.000 Euro beteiligt.

Die sogenannte Norderburg ist heute die größte erhaltene Barockanlage in Ostfriesland.

Dornum war im 15. Jahrhundert ein Ort mit drei Burgen. Was Namen für die Befestigungen angeht, waren die Ostfriesen nur mäßig originell. Sie nannten sie nach ihrer Lage: Oster-, Wester- und Norderburg.

Heute ist die Westerburg zerstört. Die Osterburg wurde zur Ehre eines Familienclans in Beninga-Burg umbenannt und steht immer noch.

Die ursprüngliche Norderburg geht auf die Zeit um 1400 zurück. Der kriegzerstörte erste Bau wurde nach 1535 wieder aufgebaut.

Schloss Dornum © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schloss Dornum © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Das vierflügelige Schloss, umgeben von einem Wassergraben, wurde zwischen 1698 und 1720 barock umgestaltet.

Der frühere Rittersaal im Erdgeschoss des Nordflügels erstreckt sich über zwei Geschosse – für ostfriesische Verhältnisse riesig. Er ist der einzige Raum des Schlosses, der in seiner Grundform und Ausgestaltung nahezu unverändert ist.

Auf einer Grundfläche von üppigen 112 Quadratmetern verläuft eine Galerie, deren Brüstung mit reichen Schnitzereien gestaltet ist.

Wände und Decke fallen dadurch auf, dass die sparsamen Ostfriesen durch geschickte Bemalung den Eindruck von Marmorverkleidungen erzeugen. Das gilt besonders für das große Deckenbild, das die Göttin Demeter darstellt.

Der Innenhof des Schlosses / Foto: Wikipedia / Mario Becker - Project-B-WW / CC-BY-SA 2.0
Der Innenhof des Schlosses / Foto: Wikipedia / Mario Becker – Project-B-WW / CC-BY-SA 2.0

Eine Kostbarkeit sind die kunstvollen Fußbodendielen, in deren Mitte sich ein großer, von zwei Halbsternen flankierter Stern befindet. Ein umlaufendes Dielenband nimmt den Grundriss des Saals mit den Galerien und ebenso die Grundgestaltung der Deckenfelder auf.

Während der NS-Zeit ging das Schloss in Staatsbesitz über. Die Nazis richteten eine „Führerschule“ der SA und ein Ausbildungslager des Reichtsarbeitsdienstes ein.

Der früher Rittersaal genannte Barocksaal wurde nach 1951 als Schulaula und für den Musikunterricht genutzt. Nach der Restaurierung des Saals und dem Rückbau der Schulaufführungs-Bühne, soll er hauptsächlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Rittersaal des Schlosses in Dornum nach langer Renovierung eingeweiht

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