Schloss Johannisburg Main

Schloss Johannisburg: Wegen Sanierung drei Jahre lang teilweise geschlossen


Schloss Johannisburg: Ein mächtiger Bergfried beherrscht den Hof / Fotos: Burgerbe.de
Schloss Johannisburg: Ein mächtiger Bergfried beherrscht den Hof / Fotos: Burgerbe.de

Die Sanierung von Schlosses Johannisburg in Aschaffenburg wird deutlich teurer als geplant. Die Bayerische Schlösserverwaltung korrigierte jetzt die Schätzung des bayerischen „Heimatministers“ Markus Söder (CSU) von 2013 locker um zehn Prozent nach oben: von 21 auf jetzt 24,3 Millionen Euro.

Die Arbeiten sollen zehn Jahre lang dauern. In den ersten drei Jahren sollen die fürstlichen Wohnräume und die Staatsgalerie geschlossen bleiben.


Die berühmte Korkmodellsammlung, das städtische Schlossmuseum und die Schlosskapelle sollen weiter besucht werden können.

Wolken über Schloss Johannisburg
Wolken über Schloss Johannisburg

Vor Beginn der in diesen Tagen startenden Sanierung waren das Schloss digital vermessen und Schäden an der Fassade registriert worden.

Das opulente Renaissanceschloss aus leuchtendem Odenwälder Rotsandstein liegt am rechten Mainufer. Es wurde zwischen 1605 und 1614 von Georg Ridinger an Stelle einer mittelalterlichen Burg erbaut und diente bis ins Jahr 1803 als eine Nebenresidenz der Mainzer Erzbischöfe (die gleichzeitig Kurfürsten waren).

Blick vom Mainufer auf das Schloss
Blick vom Mainufer auf das Schloss

Vier dreigeschossige Flügeln gruppieren sich um einen quadratischen Innenhof mit Treppentürmen in den Ecken – alles streng symetrisch. Bis 1918 war das Schloss Eigentum der bayerischen Könige – heute ist es Staatsbesitz.

Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg schwer von Bomben und Artilleriegranaten getroffen und brannte fast vollständig aus. Was man heute sieht, ist ein stark am Original angelehnter Wiederaufbau aus den 1950er und 1960er Jahren. Er kostete die damals gigantische Summe von 20 Millionen D-Mark.

Blick von der Stadt auf das Schloss
Blick von der Stadt auf das Schloss

Das Schloss beherbergt die weltweit größte Sammlung von Architekturmodellen aus Kork, die detailgenau die berühmtesten Bauwerke des antiken Roms darstellen.

Es handelt sich zu großen Teilen um Schnittmodelle: So kann man in Pantheon oder Kolosseum hineinsehen und den Aufbau der Architektur besser studieren.

Neben dem Schloss befindet sich ein ausgedehnter Garten mit dem Pompejanum: Dem Nachbau einer römischen Villa, die sich König Ludwig I. hier 1840 bis 1848 im Zuge der Italienbegeisterung seiner Zeitgenossen ans Hochufer des Mains setzen ließ. Darunter erstrecken sich Weinreben (Riesling).

Ausserdem verfügt das Schloss über eine der bedeutendsten Cranach-Sammlungen Europas.

Nochmal der Schlosshof
Nochmal der Schlosshof

Die dpa berichtet über die anstehende Generalsanierung von Schloss Johannisburg: „24,3 Millionen Euro für Johannisburg

Ein Werbefilmchen mit tollen Bildern vom Schloss:

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