Schloss Salzau wird Flüchtlingsheim

Schloss Salzau hat den Besitzer gewechselt / Foto: Wikipedia / UphoffHe / Public Domain
Schloss Salzau hat den Besitzer gewechselt / Foto: Wikipedia / UphoffHe / Public Domain

Das landeseigene Schloss Salzau – einst Spielort des Schlesweig Holstein Musikfestivals – soll zur Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge werden. Das teilte ein Sprecher des Finanzministeriums mit. Das nördliche Bundesland will kurzfristig 6500 neue Plätze für Flüchtlinge schaffen. Wie viele Flüchtlinge zu welchen Zeitpunkt ins Schloss einziehen können, werde geprüft.

„Wir werden alles mobilisieren, um Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, damit diese nicht auf Bahnhöfen übernachten müssen“, so Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) gegenüber der Presse.

Damit ist der geplante Verkauf des Schlosses erstmal gestoppt.


Fast hätte der Hamburger Unternehmer Bolko Kissling Schloss Salzau vor einigen Monaten vom Land erworben. Aber der bereits unterschriebene Vertrag platzte überraschend.

Bolko Kissling kritisierte, ihm seien „schwerwiegende bauliche Mängel“ nicht mitgeteilt worden seien.

Diese habe er nach der Entdeckung geltend gemacht. Da das Land darauf nicht reagiert habe, habe er den Kaufpreis nicht gezahlt. Das Land annullierte daraufhin den Vertrag.

Der Geschäftsmann und begeisterte Polospieler wollte das seit Jahren leer stehende Schloss nahe des Selenter Sees (Kreis Plön) selbst nutzen, es aber auch für ein Musik- und Kulturprogramm öffnen.

Gut Salzau wurde bis 2011 als Landeskulturzentrum betrieben und war vor allem bekannt durch das Schleswig-Holstein-Musikfestival (SHMF). 2012 brannte auch noch die Konzertscheune ab. Das Herrenhaus blieb erhalten.

Das schleswig-holsteinische Finanzministerium hatte den Wert der Anlage vor dem Verkauf auf 3,4 Millionen Euro geschätzt. Das Land zahlte jedoch jährlich mehr als 200.000 Euro allein für die Betriebskosten.

Der Rittersitz Salzau wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Das alte Schloss brannte im 19. Jahrhundert ab und wurde 1881 von Otto von Blome neu errichtet. Nach Kriegsende fiel der Besitz an die Grafen von Thun und Hohenstein, später an das Land.

Die Landesbehörden riefen das Landeskulturzentrum ins Leben. In der Scheune fand bis 2011 das Festival JazzBaltica statt. Das Schloss war außerdem Sitz einer von Leonard Bernstein im Jahr 1987 begründeten internationalen Orchesterakademie des Baltica-Festivals.

Das Festival zog inzwischen nach Niendorf an die Ostsee und erhält dabei viel Unterstützung durch die Gemeinde Timmendorfer Strand.

DPA meldet (via „Die Welt): „Flüchtlinge sollen ins Schloss ziehen

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