Schloss Schauenstein mit Feuerwehrmuseum ist wieder offen

Burg Schauenstein in Oberfranken / Foto: Wikipedia / PeterBraun74 / CC-BY-SA 3.0
Burg Schauenstein in Oberfranken / Foto: Wikipedia / PeterBraun74 / CC-BY-SA 3.0

Nach Abschluss der drei Millionen Euro teuren Sanierung öffnet heute Burg Schauenstein in Oberfranken wieder ihre Tore. Begleitet wird die Wiedereröffnung im 2015 Einwohner zählenden Ort von einem Mittelalterfest.

Besonders freut sich die Feuerwehr über die Nachricht: Das 800 Jahre alte Schloss beherbergt neben dem Heimatmuseum nämlich auch das Oberfränkische Feuerwehrmuseum mit allerlei altem Löschgerät: Vom ledernen Feuereimer über allerlei verbeulte Helme bis zur Handdruckspritze von 1855, die 111 Jahre Dienst tat und erst 1966 ausgemustert wurde(!).


Im Turmzimmer des Schlosses kann man übrigens auch Heiraten. Die drei Wohnungen in der Burg gehören der Stadt. Richtig gelesen, der 2015-Einwohner-Flecken darf sich Stadt nennen, und das seit 1291.

Burg/Schloss Schauenstein liegt auf etwas über 600 Meter Höhe auf einem steil ins Tal der Selbitz abfallenden Bergrücken am Ostrand des Naturparks Frankenwald.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1230. Im Spätmittelalter hatten in der Stadt die Bürger Bürger das Sagen. Friedrich Burggraf zu Nürnberg stellte der Kommune 1387 einen Freiheitsbrief aus, der ihr weitgehende Rechte garantierte.

Schauenstein: Marktplatz, Kirche und im Hintergrund das Schloss / Foto: Wikipedia / Benreis / CC-BY-SA 3.0
Schauenstein: Marktplatz, Kirche und im Hintergrund das Schloss / Foto: Wikipedia / Benreis / CC-BY-SA 3.0

Schauenstein gehörte zum Fürstentums Bayreuth, auch bekannt als Brandenburg-Kulmbach (dessen Residenz war die mächtige Plassenburg). Im Schloss saß ein Amtmann und verwaltete fröhlich vor sich hin.

Das Burgschloss wurde immer wieder erweitert, brannte gelegentlich ab und nahm die Bevölkerung in Kriegszeiten auf: 1430 fohen die Bürger vor Hussiten, im Dreißigjährigen Krieg vor den Truppen Wallensteins.

1760 verkaufte das Herzogtum das Schloss an einen Privatmann. 1935 kam es durch Schenkung in den Besitz der Stadt Schauenstein.

Auf der Seite der Stadt ist nachzulesen, dass das Schloss im 20. Jahrhundert „eine Schuhfabrikation, einen Kindergarten und ein Kinderheim“ beherbergte. Es bot Wohnraum für Flüchtlingsfamilien und wurde von Vereinen genutzt.

1988 zog dann das Oberfränkische Feuerwehrmuseum ein, und auch ein Heimatmuseum wurde eröffnet.

Mehr zum Fest und der Geschichte von Schloss Schauenstein auf der Seite der Stadt: „Historisches Schloßfest in Schauenstein
Der Bayerische Rundfunk meldet: „Schloss Schauenstein wird wiedereröffnet

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