Wasserschloss Wreißhaus / Foto: Wikipedia / Raimond Spekking / CC-BY-SA 4.0

Wasserschloss Weißhaus: Kölns teuerstes Denkmal zu verkaufen

Schloss Weißhaus von der Luxemburger Straße aus gesehen / Foto: Wikipedia / HOWI / CC-BY-SA 3.0
Schloss Weißhaus von der Luxemburger Straße aus gesehen / Foto: Wikipedia / HOWI / CC-BY-SA 3.0 / Luftbild oben: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Welches ist Kölns teuerstes Denkmal? Klar, der Dom! Daran haben die Rheinländer schließlich fast so lange gebaut, wie die Berliner an ihrem Flughafen.

Nein, sagen die Statistiker: Der Dom ist erstens nicht verkäuflich und steht zweitens nur mit 27 Euro in den Büchern des milliardenschweren Kölner Bistums, weißt der Deutschlandfunk.

Das teuerste Denkmal der Frohsinns-Metropole ist aktuell das Wasserschloss Weißhaus im Stadtteil Sülz mit 17 Zimmern. Es steht für 8,4 Millionen Euro zum Verkauf – ein Preis, der derart exorbitant hoch ist, dass Investoren nur indigniert abwinken.


Zum Vergleich: Das Kölner Schloss Arff mit 50 Zimmern ist für „nur“ 4,5 Mio zu haben. Verkäufer von Schloss Weißhaus sind die Erben des bekannten Frechener Unternehmers Heinrich Wolf.

Kapelle und Turm von Schloss Weißhaus / Foto:  Wikipedia / Willy Horsch / CC-BY-SA 2.5
Kapelle und Turm von Schloss Weißhaus / Foto: Wikipedia / Willy Horsch / CC-BY-SA 2.5

Für die neugierigen Kölner ist der Verkauf auch deshalb so interessant, weil die 20.821 Quadratmeter große Anlage an der Luxemburger Straße nicht öffentlich zugänglich ist – und man von außen auch eher schlecht hineinsehen kann.

Der Makler (von Poll Immobilien) spricht von „einer der außergewöhnlichsten Immobilien der Stadt“ und verweist auf die Nähe zu „Guten Restaurants und Szene-Kneipen“.

Im Mittelalter galt die Lage des Schlosses als ausgesprochen ungünstig. Das „Weißhaus“ befand sich nämlich in einem recht feuchten Bereich außerhalb der schützenden Stadtmauern.

Durchziehende Soldateska wurde von dem Komplex magisch angezogen – versprach diese Sommervilla der reichen Äbte von St. Pantleon doch fette Beute.

Mehrfach wurden Vorgängerbauten geplündert und niedergebrannt. 1658 änderte sich das Muster aus Bränden und Wiederaufbau – diesmal zerstörte ein übergelaufener Bach die Anlage. Nur der Turm von 1613 blieb stehen. Der Neuaufbau erfolgte dann vernüftigerweise als Wasserschloss.

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Durch die Säkularisation verlor das Bistum sein Sülzer Schloss-Gut. Nun übernahmen reiche Bürger das Ruder. Und die bauten erstmal um und aus. Das Herrenhaus bekam 1843 seine heutige, klassizistische Fassade.

Und bis 1857 zog der Dombaumeister Vincenz Statz eine direkt ans Schloss angebaute neugotische Kapelle mit den Dimensionen einer kleinen Kirche hoch. Die Einweihung erledigte der Kölner Erzbischof persönlich.

Letzter Besitzer war wie gesagt der Frechener Unternehmer Heinrich Wolf, dessen Familie mit dem Betrieb einer Ziegelei ein Vermögen gemacht hatte.

Nach dem Krieg erwarb sich Wolf einen Namen als Firmenpatriarch mit einer sozialen Ader, der auch für günstigen Wohnraum sorgte. Wolf starb 2010.

Und nun wollen die Erben Kassen machen…

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Hier geht es zum Artikel von Ronald Larmann in der Kölnischen Rundschau: „Kölner Stadt-Schloss im Grünen zu verkaufen
Auch die „Welt kompakt“ berichtet: „Schlossherr dringend gesucht
Und hier ist das Makler-Exposée zu finden: „Historisches Wasserschloß „Weißhaus“



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