Schloss Elgersburg / Foto: Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 3.0

Schloss Elgersburg: Nie erobert und gut für Turmfalken


Turmfalke im Flug / Foto: Wikipedia / Andreas Trepte / CC-BY-SA 2.5
Turmfalke im Flug / Foto: Wikipedia / Andreas Trepte / CC-BY-SA 2.5 /  Foto oben: Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 2.5

Gute Nachrichten von Schloss Elgersburg im Thüringer Ilmkreis: Im Falken-Nistplatz im Uhrenturm sind sechs Turmfalken-Junge geschlüpft. Die Elterntiere sind jetzt durchgehend mit der Mäudejagd für den hungrigen Nachwuchs beschäftigt.

Das sei aber kein Problem, denn 2015 sei in der Region „ein gutes Mäusejahr“, meldet die Thüringer Allgemeine.

Vom Turmfalken (Falco tinnunculus) leben in Deutschland zwar noch mehrere zehntausend Exemplare, doch ihre Nistmöglichkeiten in alten Gemäuern werden durch Sanierungen und Abrisse immer mehr eingeschränkt.

Schoss Elgersburg beherbergt heute Firmen und ein Restaurant - diverse Räume kann man mieten / Foto: Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 3.0
Schoss Elgersburg beherbergt heute Firmen und ein Restaurant – diverse Räume kann man mieten / Foto: Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 3.0

Deswegen sind spezielle Nistplätze in Schloss- und Kirchtürmen so wichtig.

Schloss Elgersburg geht auf eine Burganlage von 1081 zurück, die wiederum auf den Grundmauern einer Burg aus der Zeit um 900 entstand. Die Burg auf ihrem 30 Meter hohen Porphyrfelsen sollte die durch den Ort laufende Handelsroute, die Salzmannstraße, schützen.

Das Besondere: Die Burg wurde nie erobert und stand nie als Ruine leer. Was sich bis heute erhalten hat, ist natürlich ein Sammelsurium von Aus- und Umbauten, aber selbst das ist schon ausgesprochen viel. Die Elgersburg kann daher durchaus als eine der schönsten Burgen Thüringens gelten.

Tor zur Elgersburg / gemeinfrei
Tor zur Elgersburg / gemeinfrei

Von 1437 bis 1802 hatten hier oben die von Witzlebens das Sagen. Dann verkauften sie an die herzogliche Regierung von Sachsen-Gotha (seit 1826: Sachsen, Coburg und Gotha).

200 Jahre blieb die Burg anschließend in Fürstenhand.

Erst der letzte Herzog des Ländchens, der stramm reaktionäre Carl Eduard, verkaufte sie  1903 an einen sächsischen Rittergutsbesitzer, Arnold Woldemar von Frege-Welzien.

Machte die Burg wohnlich: Der vom sächsischen König geadelte Freiherr von Frege-Welzien / gemeinfrei
Machte die Burg wohnlich: Der vom sächsischen König geadelte Freiherr von Frege-Welzien / gemeinfrei

Dieser ließ die Burg zu einem Wohnschloss umbauen. Seine Erben wurden 1945 durch die neuen Machthaber enteignet. Zu DDR Zeiten wurde das Schloss jahrzehntelang zum gewerkschaftlichen Erholungsheim. Seit 1998 gehört das Schloss der Gemeinde Elgersburg.

Im Schloss gibt es heute ein Restaurant, auch mehrere Firmen und der Thüringer Heimatbund sind Mieter.
Für Festlichkeiten stehen übrigens mehrere Räume zur Verfügung: Vom großen Rittersaal mit 80 Plätzen bis zum Hochzeitszimmer – oder mn mietet gleich den ganzen Schlosshof. Anfragen dazu beantwortet die Kommune.

Hier geht es zum oben angesprochenen Artikel von Karl-Heinz Veit in der Thüringer Allgemeinen: „Turmfalken auf Schloss Elgersburg profitieren vom guten Mäusejahr

Hier einige Bilder der Burg von Klaus-Dieter Lemm:

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