Burg Marquartstein: Konrad O. Bernheimer will verkaufen

Schlag für den Chiemgau: Konrad O. Bernheimer, einer der bedeutendsten Kunsthändler Europas, möchte seine Burg Marquartstein verkaufen und im November 2015 einen Teil der dortigen Familiensammlung versteigern lassen. Seine vier Töchter wollten die Burg nicht übernehmen, begründete der 64-Jährige die Entscheidung. Das meldet OVB-Online.


Ein Maklerunternehmen aus der Londoner „Sotheby’s“-Gruppe soll die Burg am Markt platzieren, in der Hoffnung, dass vorzugsweise eine wohlhabende Unternehmerfamilie anbeisst.

Über Bernheimers Preisvorstellung ist noch nichts bekannt.

Burg Marquartstein aus Süd-Osten / Bild: gemeinfrei
Burg Marquartstein aus Süd-Osten / Bild: gemeinfrei / Bild oben: gemeinfrei

In der Gemeinde Marquartstein hofft man indes, dass das Land Bayern die Denkmalimmobilie erwerben und für die Öffentlichkeit sichern könnte. Bernheimer hatte die Burg 1987 gekauft und mit der Sanierung begonnen. Er öffnete die Burg für Konzerte, aber auch einmal im Jahr für die Viertklässler des Ortes.

Diese Zeiten könnten nach einem Verkauf vorbei sein, fürchtete man in Marquartstein. Zuletzt hatte es eine Posse um die von der Gemeinde trotz Warnungen des NABU unbedingt gewünschte Beleuchtung der Burg gegeben.

Die Burg auf einem Felsen im Tal der Tiroler Achen stammt übrigens aus der Zeit um 1075. Als Bauherr gilt Chiemgaugraf Marquart II. von Hohenstein. Ab 1259 hatten hier 600 Jahre lang die Wittelsbacher das Sagen.


Burg Marquartstein über dem gleichnamigen Ort südlich des Chiemsees / Bild: gemeinfrei
Burg Marquartstein über dem gleichnamigen Ort südlich des Chiemsees / Bild: gemeinfrei

1857 kaufte Cajetan Freiherr von Tautphoeus, seines Zeichen Legationsrat im königlich Bayerischen Außenamt, die Reste der Burg und ließ sie renovieren. Der Jurist war mit der irischen Schriftstellerin Jemima Montgomery verheiratet, die Bayern als „Hort traditioneller Werte“ lobte.

1894 heirateten der Komponist Richard Strauss und Pauline de Ahna in der Burgkapelle.

Von 1928 bis 1958 wurde in der Burg ein Landschulheim betrieben. Hier verbrachten waren auch der heutige Besitzer und der spätere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer als Schüler einige Tage.

Ramsauer erschien 2007 sogar beim Fest zum 20-jährigen Burgbesitzer-Jubiläum der Bernheimers. Die örtlichen Medien nutzen das zu entsprechender Hofberichterstattung.

Weiterlesen:
Hier geht es zum Artikel von OVB-Online: „Burg Marquartstein steht zum Verkauf
Christiane Giesen schreibt in der Heimatzeitung: „Verkauf von Burg Marquartstein: Hoffen auf Schlösserverwaltung
Ausführlich berichtet Sabine Spindler im Handelsblatt über die anstehende Versteigerung in London: „Konrad O. Bernheimer – Rückzug in Raten



2 Gedanken zu „Burg Marquartstein: Konrad O. Bernheimer will verkaufen“

  1. hänge sehr an der burg
    leider fehlten mir immer die mittel
    war sehr oft da
    schon zur zeit des landschulheims
    wurde in der burgkapelle konfirmiert
    herr bernheimer alles gute

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