Stammsitz der Staufer: Was wurde aus Burg Hohenstaufen?


Die Stauferstele erinnert an Burg Hohenstaufen und die Staufer / Foto: gemeinfrei
Die Stauferstele erinnert an Burg Hohenstaufen und die Staufer / Foto: gemeinfrei

Die drei Staufer-Kaiser waren die mächtigsten Herrscher im Heiligen Römischen Reich des Hochmittelalters. Friedrich Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. („Stupor mundi“) beschäftigen noch heute Biografen und die Historien-Verfilmer der öffentlich-rechtlichen Seniorensender.

Jede bedeutende Dynastie hat ihre Stammburg. Die Hohenzollern bauten auf den Ruinen von Burg Hohenzollern eine pseudomittelalterliche Fantasieburg, die Habsburger freuen sich über Schloss Habsburg in der Schweiz.

Doch was wurde aus der Burg, die der Dynastie der mächtigen Schwaben-Kaiser ihren Namen gab: Burg Hohenstaufen?


Die liegt zwischen Göppingen und Schwäbisch-Gmünd auf der Kuppe eines kegelförmigen Bergs: Um 1070 machte sich ein Graf namens Friedrich von Büren daran, die hier oben schon bestehende Befestigung durch Mauern aus Stein zu ersetzen. Der Name des Bergs geht auf seine Form zurück: Er sieht aus wie ein umgekehrter Becher, damals „Stauf“ genannt.

Burg Hohenstaufen auf einem Fresko aus Göppingen von 1470 / Bild: gemeinfrei
Burg Hohenstaufen auf einem Fresko aus Göppingen von 1470 / Bild: gemeinfrei

Der Adelige beherrschte ein paar Quadratkilometer rund um den Berg und die von seiner Mutter Hildegard von Egiseim ererbte Gegend um Schlettstadt im Elsaß.

Es waren unruhige Zeiten: Eine Adelssopposition machten dem Salier-König Heinrich das Leben schwer. Nun wählten die renitenten Aufrührer 1079 einen der ihren zum Herzog von Schwaben: Berthold von Rheinfelden.

König Heinrich wollte einen zuverlässigen Mann aus den eigenen Reihen dagegensetzen. Seine Wahl fiel auf Friedrich, den der Monarch zu Ostern 1079 feierlich als Herzog Friedrich I. von Schwaben einsetzte (was an den Kräfteverhältnissen erstmal rein gar nichts änderte). Außerdem versprach der König dem frischgebackenen Hochadeligen die Hand seiner Tochter Agnes (zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre alt).

Herzog Friedrich verbrachte seine Jahre damit von seiner Burg aus, seine Macht Richtung Norden auszudehnen. Herrscher von ganz Schwaben wurde der Großvater von Kaiser Friedrich Barbarossa nie.

Die unruhigen Zeiten gingen auch unter dem Sohn von Friedrich und Agnes, Friedrich II. „der Einäugige“, weiter. Die Burg erwies sich als gut angelegt. Angriffe des Herzogs von Bayern in den Jahren 1132 und 1134 hielt die stand. In diesr Zeit wurde due Burg massiv verstärkt, unter anderem mit einer Zwischenmauer, die eine Vorburg von einer Art Zitadelle abgrenzte.

Fundamentreste vn Burg Hohenstaufen / Foto: Wikipedia / Harke / CC-BY-SA 3.0
Fundamentreste vn Burg Hohenstaufen / Foto: Wikipedia / Harke / CC-BY-SA 3.0

Kaiserlichen Besuch erhielt die Familienburg dann am 11. Mai 1181. Auf Burg Staufen siegelte Friedrich Barbarossa eine Urkunde, die erhalten geblieben ist. Im Text wird sie „castro Stoufen“ genennt.

Nach Ende der Staufer-Dynastie schluckte das Reich die Burg. 1288 schaute sich König Rudolf von Habsburg seinen neuen Besitz persönlich an. Das passte den Grafen von Württemberg gar nicht, die ihrerseits fest von den eigenen Eigentumsansprüchen überzeugt waren. 1319 eroberten sie die Burg nach einer Belagerung.

Kaiser Karl IV. belagerte die Württemberger dann 1360 und holte die Burg zurück. Aber 1372 saßen doch wieder die hartnäckigen Württemberger in den Mauern.

Wenig rühmlich zog sich die Burgbesatzung am 29. April 1525 angesichts einer angreifenden Bauernarmee aus der Affäre. Burgkommandant Michel Reuß von Reußenstein gab den Mannschaften aller Burggeschütze einen gleichzeitigen Feuerbefehl.

Das blieb von Burg Hohenstaufen / Foto: Wikipedia / Vexilium / CC-BY-SA 3.0
Das blieb von Burg Hohenstaufen / Foto: Wikipedia / Vexilium / CC-BY-SA 3.0

Unter dem Krachen der Kanonen und im Schutz des Pulverdampfs flohen die Burgleute Hals über Kopf. Die Bauern zündeten die Burg an. Die ehemalige Stauferfestung brannte aus.

Angesichts der Fortschritte bei der Artillerie waren solche Gipfelburgen ohnehin strategisch nutzlos geworden. Daher gab Herzog Christoph von Württemberg die ausgebrannte Ruine 1555 zum Abbruch frei. Die Steine wurden zum Bau seines Göppinger Schlosses genutzt.

Nur die Ruine des Bergfrieds blieb noch 150 Jahre verlassen in der Landschaft stehen. 1704 wurde auch sie abgetragen. Um 1800 verschwanden auch die letzten oberirdisch sichtbaren Mauerreste der Burg Hohenzollern.

Vorhanden sind heute freigelegte Fundamente im Boden. Ein Teil wurde 1977 auch noch beim illegalen Bau einer Ausflugshütte beschädigt. Alle paar Jahre kommt die Idee auf, die Burg wieder zu errichten, um den Tourismus anzukurbeln – zuletzt erst wieder 2010.

Angesichts des Denkmalschutzes erweisen sich die Pläne jedoch regelmäßig als undurchführbar: Der Staufer-Hype als klassisches Sommerloch-Thema.

Heute erinnert eine „Stauferstele“ an den Stammsitz des ausgestorbenen Herrschergeschlechts.

Der Hohenstaufen heute:

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