Schloss Alexandersbad wird Osteopathie-Akademie


Schloss Alexandersbad: Einst noble Herberge für Badegäste / Foto: Gemeinfrei
Schloss Alexandersbad: Einst nobles Badehaus für betuchte Kurgäste / Foto: Gemeinfrei

Neue Bestimmung für das markgräfliche Schloss Alexandersbad in Oberfranken: Wo einst adelige Kurgäste logierten und mithilfe von Quellwasser ihre Leiden auszukurieren suchten, ist nun die Freie Akademie für Osteopathie (FAFO) eingezogen: eine Weiterbildungseinrichtung für Osteopathen.

Den 350.000 Euro teuren Umbau des Obergeschosses bezahlte die Gemeinde. Fördermittel wurden angesichts des knappen Zeitplans gar nicht erst beantragt. Die Eigentümer, die „Schwestern des Deutschen Ordens“, sind einverstanden. Das meldet die Frankenpost.

Markgraf Alexander verewigte seinen Namen in Goldbuchstaben an der Schlossfassade / Foto: gemeinfrei
Markgraf Alexander verewigte seinen Namen in Goldbuchstaben an der Schlossfassade / Foto: gemeinfrei

Nach Angaben der Zeitung hat die Gemeinde mit dem Orden einen Erbbauvertrag über 66 Jahre abgeschlossen. Die Ordensfrauen mussten für den neuen Umbau ihre Wohnräume und eine kleine Kapelle aufgeben. An deren Stelle traten Seminarräume für die FAFO.

1734 durch war der Bauer Wolfgang Brodmerkel im damals Sickersreth genannten Ort auf eine Quelle gestoßen und berichtete von einer heilenden Wirkung des Wassers.

Das Interesse der Obrigkeit war mäßig: Um die Quelle wurden Holzbaracken errichtet, in einer wohnte der Quellwärter, der das Wasser in Flaschen füllte und diese verkaufte.

Erst als Alexander von Ansbach-Bayreuth 1782 dringend Geld brauchte, zog der Markgraf den Kurbetrieb ganz groß auf. Er ließ ein komfortabels frühklassizistisches Badehaus mit einem Speisesaal die nun ein Scharen hereinströmenden Kurgäste errichten. Nur die Toiletten hatte man im Gebäude vergessen.

In Seitenflügeln entstanden 20 luxuriöse Zimmer, auch Räume zur Unterbringung der Dienerschaft der Badegäste wurden nicht vergessen. Der Margraf war erfreut – und benannte gleich den ganzen Ort nach sich: Alexandersbad.

Schloss Alexandersbad um 1850 / Foot: Gemeinfrei
Schloss Alexandersbad um 1850 / Foot: Gemeinfrei

Man arbeitete schon damals grenzübergreifend im Verbund mit den Bädern im nahen Böhmen und schob Kurgäste hin und her. Eine wichtige Einnahmequelle wurde der Wasserverkauf: Bis an den Berliner Hof wurde das Quellwasser geschickt.

1805 kamen der preußische König Friedrich Wilhelm III. und seine Gattin Königin Luise trotz der angespannten politischen Lage (Napoleon sorgte für reichlich Ärger) für drei Wochen zur Kur nach Alexandersbad.

Das Ende des Kurbetriebs kam erst mit dem Ersten Weltkrieg. Die Gästehäuser wurde Kinderheim und Lazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarben die Schwesten des Deutschen Ordens die Gebäude. Sie betrieben hier ein Krankenhaus und ein Altenheim.

Im Schloss wurden Kriegsversehrte umgeschult. In den Nachkriegsjahren knüpfte die Gemeinde wieder an ihre große Zeit als Kurbad an. Ein Kurhaus wurde 1973 neu gebaut, Hotels kamen hinzu.

Inzwischen gilt Bad Alexandersbad als kleinstes Heilbad Bayerns. Der Umbau des Schlosses zur Aufnahme der Osteopathie-Akademie war da nur folgerichtig.

Mehr zur Geschichte von Alexandersbad und seinem Schloss bei Badalexandersbad.de
Hier geht es zum Artikel von Karin Klement in der Frankenpost: „Akademie zieht im Schloss ein

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