Erxleben_Luftbild

Notsicherung für Dächer von Schloss Erxleben II


Schloss Erxleben in Erxleben / Foto: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Dr. Eckhard Wegner
Schloss Erxleben / Foto: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Dr. Eckhard Wegner / Bild oben: Luftaufnahme des Schlosskomplexes von 1935 / gemeinfrei

Die klamme Gemeinde Erxleben (2944 Einwohner) im Landkreis Börde hat ein teures Erbe übernommen, dessen Unterhalt ihr über den Kopf wächst: Schloss Erxleben.

Nun hat der Denkmalschutz die Notsicherung der Dächer des Südflügels von „Schloss II“ angeordnet – eine Maßnahme, mit der normalerweise knauserige Privatleute zum Erhalt ihrer Denkmalimmobilien verdonnert werden.

Da die Gemeinde die Notsicherung nicht bezahlen kann, ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 8000 Euro eingesprungen.

Das Schloss ist kein Solitärbau, sondern ein ausgedehnter Komplex aus zwei Schlössern und Nebengebäuden, die jahrhundertelang den von Alvensleben gehörten.

Der Erxlebener Schlosskomplex ist in seiner Anlage im sachsen-anhaltinischen Raum einzigartig. Den Gesamtcharakter prägt wesentlich das sogenannte Schloss II, das älter als Schloss I ist. Trotz allerlei Reparaturen in den vergangenen 20 Jahren ist Schloss II immer noch dringend sanierungsbedürftig.

Foto: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Dr. Eckhard Wegner
Foto: © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Dr. Eckhard Wegner

Die Anlage einer weitläufigen Wasserburg in Erxleben lässt sich für den Anfang des 12. Jahrhunderts belegen. Der Hauptwohnsitz der von Alvensleben, einer der ältesten und bedeutendsten Familien des magdeburg-altmärkischen Raums, wurde im Zuge der Vererbung zwischen „weißer“ und „schwarzer“ Linie des Adelsgeschlechts in das sogenannte Schloss I und Schloss II geteilt.

Das dreigeschossige Schloss II besteht aus zwei Flügeln. Der langgestreckte östliche Hauptflügel wurde 1526 auf Fundamenten der sogenannten Neuen Kemenate aus dem 14. Jahrhundert erbaut, im 16. Jahrhundert erweitert und nach dem Dreißigjährigen Krieg erneuert.

1563 wurde der Südflügel vollendet, ursprünglich Hinterschloss genannt. Er wird durch einen quadratischen Treppenturm erschlossen. Um 1900 kam noch ein Bibliotheksgebäude hinzu. Der Südflügel wurde bis 1945 durch die „Schwarze Linie“ der Alvensleben bewohnt, die nach dem Krieg umgehend enteignet wurden.


Von der mittelalterlichen Burg ist nur noch der 50 Meter hohe Hausmannsturm unter einer barocken Haube erhalten.

Schloss Erxleben um 1910 / gemeinfrei
Schloss Erxleben um 1910 / gemeinfrei

Durch Schäden im Dach entwickelten sich Feuchtigkeitsschäden in den Dach- und Deckenkonstruktionen des Südflügels. Die Untere Denkmalschutzbehörde hat die Gemeinde aufgefordert, umgehend Sicherungsmaßnahmen zu veranlassen, um den drohenden Einsturz abzuwenden.

Dies kann die Gemeinde jedoch aufgrund einer Haushaltssperre nicht durchführen. Die Notsicherung der Dächer des Südflügels erfolgt daher mit Hilfe der Fördermittel.

Diesem Text liegt eine Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu Grunde: „Wieder DSD-Förderung für Schloss Erxleben II

Mehr zur Schlossgeschichte auf der Seite der Familie von Alvensleben


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