Radioteleskop Eifel

Radioteleskop Stockert: Astropeiler in der Eifel belauscht Pulsare


Der Astropeiler Stockert mit seiner frei schwenkbaren 25-Meter-Antenne
Der Astropeiler Stockert mit frei schwenkbarer 25-Meter-Antenne / Fotos: Burgerbe.de

Die Eifel ist nicht nur reich an Burgen, sondern hat auch sonst einiges zu bieten: Zum Beispiel ein Stück Geschichte der Weltraumforschung.

Weltraumforschung? Jap.

Auf einem Bergrücken in der Nähe von Bad Münstereifel steht das Radioteleleskop Stockert. Der sogenannte Astropeiler war bei seiner Einweihung 1956 mit 25 Meter Durchmesser das größte frei schwenkbare Teleskop der Welt (und das teuerste Forschungsprojekt der jungen Bundesrepublik).

1965 kam noch ein benachbarter zehn-Meter-Spiegel hinzu zur Beobachtung der Radiostrahlung der Sonne. Beide Geräte zusammen bildeten die Radiosternwarte Stockert.

Das Teleskop fängt die Radiostrahlung des interstellaren Waserstoffs auf.
Das Teleskop fängt die Radiostrahlung des interstellaren Waserstoffs auf.

Hätten Aliens in den späten 1950er Jahren mit uns Kontakt aufnehmen wollen: Die ersten, die es gemerkt hätten, wären wohl die Eifel-Astroforscher von der Uni Bonn gewesen.

Allerdings nur, wenn auf dem nahen NATO-Flugplatz Nörvenich gerade kein Funkbetrieb geherrscht hätte (was eher selten der Fall war).

Die Lage in 435 Meter Höhe war optisch herausragend, aber was Störsignale anging, ein Desaster. Hinzu kamen noch die schweren Eifelstürme, die das Teleskop mächtig durchschüttelten und das Lauschen ins All kräftig behinderten.

Die Forscher beschäftigten sich in erster Linie mit Frequenten, auf denen sich der interstellare Wasserstoff bemerkbar macht.

Die mit dem Astropeiler gemachten Erfahrungen flossen 1971 in den Bau des Radioteleskops Eiffelberg (in einer Tallage) ein. Die neue Anlage mit ihrem 100-Meter-Spiegeldurchmesser stellte das Stockert-Teleskop dann locker in den Schatten.

1979 endete die Zeit der Forschung auf dem Eifelberg. Bis 1993 bildeten Uni Bonn und das Max-Planck-Institut hier oben Studenten aus. Dann stand die Anlage leer.

Das Teleskop ist weithin sichtbar und ein tolles Fotomotiv
Das Teleskop ist weithin sichtbar und ein tolles Fotomotiv

Glücklicherweise wurde sie 1999 als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt, was einen Abbau verhinderte. 2005 kaufte die NRW-Stiftung den Astropeiler. Es folgte eine umfangreiche Sanierung.

Seit 2011 ist das Stockert-Teleskop sogar wieder auf Empfang, betrieben durch den Vereine Astropeiler Stockert (er ist damit das weltweit größte Radioteleskop in der Hand von „Amateuren“). Man interessiert sich hier oben zum Beispiel für die Aktivitäten von Pulsaren.

Die Aliens können sich also wieder in der Eifel melden. Aber bitte nur, wenn gerade keine funkenden Tornados oder Eurofighter Nörvenich anfliegen.

Das Gelände auf dem Stockert ist frei zugänglich. In das Gebäude selbst kommt man nur mit Führungen (Von Mai bis Oktober jeden Sonntag um 14 Uhr).

Mehr dazu auf der Seite des Vereins Astropeiler Stockert



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