Burg Harburg thront über Harburg an der Wörnitz im bayerischen Teil Schwabens / Foto: gemeinfrei

Burg Harburg in Schwaben: Festsaal restauriert


Der Fürstenbau von Burg Harburg / Foto: Wikipedia / Mafi. B. / CC-BY-SA 3.0
Der Fürstenbau von Burg Harburg / Foto: Wikipedia / Mafi.B. / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: gemeinfrei

Ohne Stiftungsgelder geht’s nicht: Im März 2015 hat die Kulturstiftung Fürst zu Oettingen-Wallerstein auf Schloss Harburg (Landkreis Donau-Ries) den frisch renovierte Festsaal eingeweiht.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) meldet, dass sie 2010/2013 für die Instandsetzung 100.000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

Burg Harburg (heute auch Schloss Harburg genannt) kann auf 700 Jahre Geschichte zurückblicken.

Die Anlage mit mächtiger Wehrmauer, Türmen, Palas und diversen Wirtschaftsgebäuden ruht ziemlich malerisch auf einem Felsen hoch über der Stadt, der sie den Namen gab. Von hier aus ließen sich der Eingang zum Ries überwachen und reisenden Händlern Steuern abknöpfen.



Blick auf Burg und Stadt Harburg / Foto: Wikipedia / Manfi. B. / CC-BY-SA 3.0
Blick auf Burg und Stadt Harburg / Foto: Wikipedia / Manfi.B. / CC-BY-SA 3.0

Seit 1299 (!) ist die Burg im Besitz der Grafenfamilie von Oettingen. Zuvor, seit 1150, gehörte sie den Staufern, die sie 1299 an die Oettinger Grafen verpfändet und seitdem nicht wieder ausgelöst haben.

1493 bis 1549 residierten die Grafen im Fürstenbau und regierten von hier aus ihr kleines Reich. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die seit 1731 Oettingen-Wallerstein genannten Grafen Schloss Harburg zum Sitz der fürstlichen Kunstsammlungen. Der Familie gehören auch noch Schlösser Wallerstein und Baldern.

Die Burg ist vor allem im Zustand des 18. Jahrhunderts erhalten. Es sind romanische, gotische und barocke Bauabschnitte erkennbar.

Im Süden findet sich der sogenannte Saalbau, der über den angrenzenden „Faulturm“ erreichbar ist, der als Treppenhaus dient. Ursprünglich als Unterkunft für die Burgmannschaft genutzt – ab 1496 als Dürnitz, also als beheizbarer Raum –, ließ ihn Fürst Ernst Albrecht zwischen 1717 und 1721 aufstocken und durch einen großen, repräsentativen Saal ergänzen.

Hier schwoften die Grafen: Der Festsaal nach der Restaurierung / Festsaal im Schloss Harburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Hier schwoften die Grafen: Der Festsaal nach der Restaurierung / Festsaal im Schloss Harburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz

 

Burg/Schloss Harburg: Fallgatter am Oberen Tor / Foto: Wikipedia / Tschai-Pi / CC-BY-SA 3.0
Burg/Schloss Harburg: Fallgatter am Oberen Tor / Foto: Wikipedia / Tschai-Pi / CC-BY-SA 3.0

Die Deckengemälde, die antike Gottheiten zeigen, wurden 1742 von dem abgebrochenen Schloss Tiergarten bei Schrattenhofen übernommen.

Zum Zustand des Festsaals vor der Sanierung schreibt die Stiftung Denkmalschutz:
Der Saalbau war an der Südseite konstruktiv gefährdet, an den Traufen waren die Dachstuhlbereiche zerstört. Die Giebelsysteme des Walmdachstuhls und die Decken wiesen ebenfalls konstruktive Mängel auf.

Darüber hinaus war Schwamm und Insektenbefall festzustellen. Die westliche Außenmauer war an der Traufe bereits stark ausgebaucht, weil der Dachstuhl sich über die Außenwand schob.

Im gesamten Gebäude band der Mauermörtel kaum mehr, und die schwachen Saalwände waren nur unzureichend ausgesteift. Der Handlungsbedarf war also dringend. Vor allem die mit Stuck versehenen Decken wurden aufwendig restauriert.

Schloss Harburg, eines der ältesten und besterhaltenen Baukomplexe dieser Art in Deutschland, soll künftig stärker öffentlich genutzt werden.

Burg Harburg kann jeweils vom 15. März bis 31. Oktober (außer montags) besichtigt werden: Hier der Link zur Burg-Homepage.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Schloss Harburg: Festsaal eingeweiht

Und hier ein paar tolle Youtube-Bilder, geschossen von einer Drohne beim Flug um Schloss Harburg:



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