Schloss Coswig: Landkreis setzt Frist für Dach-Reparatur


Schloss Coswig an der Elbe / Foto: Wikipedia / M_H.DE / CC-BY-SA 3.0
Schloss Coswig an der Elbe / Foto: Wikipedia / M_H.DE / CC-BY-SA 3.0

Schloss Coswig soll zum Kulturzentrum werden / Foto: Wikipedia / Jwaller / CC-BY-SA 3.0
Schloss Coswig soll zum Kulturzentrum werden / Foto: Wikipedia / Jwaller / CC-BY-SA 3.0

Mit großen Plänen hat die Firma Arcadia 2006 das malerisch an der Elbe gelegene Schloss Coswig übernommen. Hier, mitten im Landkreis Wittenberg, soll ein Kulturzentrum entstehen. Die Sanierung startete auch mit Schwung und 600.000 Euro an Fördermitteln.

Doch nun stehen die Arbeiten. Durch das schadhafte Dach dringt Wasser ein. Nach einer Begehung mit der Eigentümerin Dr. Magnolia Albertazzi hat der Landkreis der italienischen Unternehmerin nun eine Frist gesetzt: Bis zum Spätsommer muss dass Dach wieder regensicher sein. Das meldet die Mitteldeutsche Zeitung.


Sollte die Eigentümerin die Arbeiten nicht ausführen, werden die Denkmalschützer des Kreises die Dach-Reparaturen als sogenannte Ersatzvornahme selbst erledigen lassen und sie der Besitzerin in Rechnung stellen.

Schloss Coswig diente jahrzehntelang als Gefängnis / Foto: Wikipedia / Doris Antony / CC-BY-SA 3,0
Schloss Coswig diente jahrzehntelang als Gefängnis / Foto: Wikipedia / Doris Antony / CC-BY-SA 3.0

Ein Problem sind die spärlicher fließenden öffentlichen Mittel für derartige Großprojekte. Zu Beginn war die Sanierung von Schloss Coswig mit zehn Millionen Euro veranschlagt worden.


Der Wittenberger CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold hatte sich in Berlin bereits Ende 2012 für weitere Fördermittel stark gemacht. „Sie sind mit guten Ideen gekommen, aber ohne Geld“, so Petzold laut Mitteldeutscher Zeitung von Dezember 2012 über die Arcadia GmbH und Kulturzentrums-Plan – und weiter: „Das Eigenkapital hält sich in Grenzen, die hopsen von einer Förderung zur nächsten.“

Das Schloss entstand in den Jahren 1667 bis 1677 im Auftrag von Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst als Witwensitz der Herrscher-Gattinnen des kleinen Fürstentums Anhalt-Zerbst, bzw. Anhalt-Bernburg. Architektonisch verbinden sich hier Renaissance und Barock-Elemente.

1873 wurde der Südflügel um zwei Etagen aufgestockt und zum Gefängnis für bis zu 300 Insassen umgebaut.

Blick von der Coswiger Domstraße aufs Schloss / Foto: Wikipedia / Jwaller / CC-BY-SA 3.0
Blick von der Coswiger Domstraße aufs Schloss / Foto: Wikipedia / Jwaller / CC-BY-SA 3.0

Die Nazis nutzten die Zellen, um 900 Häftlinge wegzusperren, darunter viele aus politischen Gründen. Hinzu kamen noch Insassen des Strafgefangenenlagers Griebo. 1961 zogen die Akten des DDR-Staatsarchivs ein, die nach der Wende an das Bundesarchiv übergingen. 1998 wurden sie weggekarrt.

Die Gefängnisetagen ließ die Käuferin nach 2008 abreißen und so den historischen Zustand des Schlosses wieder freilegen – der düstere Innenhof bekam wieder Licht.

Dr. Magnolia Albertazzi sagte damals: „Wir wollen dem Schloss Schönheit und Harmonie zurückgeben“. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete damals mit vielen Bildern unter dem Titel „Neues Leben in alten Mauern

Nun bleibt zu hoffen, dass die Sanierung 2015 weitergeht und die Arcadia GmbH ihrem großen Ziel vom Kulturzentrum näher kommt. Im Frühjahr 2014 startete zumindest schon mal eine Serie von Schlosskonzerten.

Hier geht es zum aktuellen Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung: „Behörde setzt italienischer Besitzerin eine Frist“

Bilder vom ersten Schlosskonzert auf Schloss Coswig mit Jan Sichting (Saxofon) und Pianist Andreas Reimann:



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