Schloss Brandenstein / Foto: gemeinfrei

Schloss Brandenstein soll Gästehaus werden

Das Schloss soll zum Gästehaus werden / Foto: Wikipedia / Ansgar Koreng / CC-BY-SA 3.0
Schloss Brandenstein in Thüringen soll zum Gästehaus werden / Foto: Wikipedia / Ansgar Koreng / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: gemeinfrei

Es tut sich was im Barockschloss Brandenstein im thüringischen Ranis: An Karfreitag 2015 eröffnete im Kellergewölbe das vegane Café Cattarius mitsamt Kochschule. Sonntags nach Ostern kann man sich nachmittags die Schätze der Antiquitäten-Galerie im Schloss ansehen.

Als nächsten großen Schritt möchte Schlossbesitzer Holger Kahl ein Gästehaus mit 15 stilvoll möblierten Zimmern eröffnen, wie er der Ostthüringer Zeitung verriet. Das setzt allerdings voraus, dass er dafür Kredite bekommt…

Bereits jetzt sind Trauungen auf dem Barockschloss möglich. Kahl plant nun, die Zeremonien in das fürstliche Salontheater zu verlegen: Im Theatrum aus dem Jahr 1698 stehen 60 Plätze zur Verfügung. Es muss allerdings noch renoviert werden…

Burg Ranis (links) und Schloss Brandenstein (rechts) auf einer Zeichnung von 1725 / Bild: gemeinfrei
Burg Ranis (links) und Schloss Brandenstein (rechts) auf einer Zeichnung von 1725 / Bild: gemeinfrei

Das Schloss geht zurück auf eine mittelalterliche Burg Brandenstein, seit 1584 im Besitz der Familie von Breitenbauch/Breitenbuch. Die Burg wurde 1634 von kroatischen Truppen derart zugerichtet, dass sie jahrzehntelang als Ruine in der Landschaft herumstand.

1698 bis 1705 ließ Landrat Christoph Adam von Breitenbauch das Gebäude in ein Schloss im Stil des Hochbarock umbauen und dabei auch das kleine Privattheater einrichten, ein für die damalige Zeit unerhörter Luxus. Die Familie besaß auch bis 1942 die in Sichtweite gelegene Burg Ranis (heute ein Museum).

1945 war mit der Adels-Herrlichkeit Schluss. Die Familie wurde im Zuge der Bodenreform enteignet und zum „Volkseigentum“.

Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss zunächst Arbeiterwohnheim und bis 1955 Parteischule „Leni Fleischer“. Den Namens-Schriftzug konnte man noch vor einigen Jahren über dem Eingang sehen.

2009 war der Schriftzug  der SED-"Leni-Fleischer-Schule" noch an der Schlossfassade sichtbar / Foto: gemeinfrei
2009 war der Schriftzug „Leni-Fleischer-Schule“ noch an der Fassade sichtbar / Foto: gemeinfrei

Von 1955 bis 1988 diente das Schloss als Jugendherberge mit circa 18.000 Übernachtungen im Jahr. 1974 machte die Herberge von sich reden, als im Theatrum die Rockband City auftrat.

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Nach 1988 stand das Schloss leer und verfiel. Die Rettung kam im Jahr 2000 mit dem Kauf durch Holger Kahl. Er ist seitdem mit der schrittweisen Sanierung beschäftigt: Angesichts der Größe des Schlosses eine gewaltige Aufgabe.

Familie Kahl wohnt in der ersten Etage und bietet zurzeit den Sonnensaal im zweiten Stock für Veranstaltungen an. Sohn Fabian Kahl ist aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter bekannt, in der er Antiquitäten begutachtet. Man trifft Fabian jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr in seiner Antiquitäten-Galerie im Schloss.

Im Oktober 2016 gab es Ärger, als ein Leser der Ostthüringer Zeitung berichtete, bei einer Schlossführung habe Holger Kahl Thesen verbreitet, die denen der „Reichsbürger“ doch sehr ähnelten.

Die Homepage des Schlosses ist äußerst informativ. Schloss Brandenstein ist auch auf Facebook zu finden.

Hier geht es zum Artikel der Ostthüringer Zeitung: „Antiquitätentag auf Schloss Brandenstein

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