Schloss Friedrichsburg: Beamte sollen einziehen


Schloss Friedrichsburg: Bald Sitz bayerischer Landesbeamter? Foto: Wikipedia / btr / GFDL
Schloss Friedrichsburg mit seinen wuchtigen Türmen: Bald Sitz bayerischer Landesbeamter? Foto: Wikipedia / btr / GFDL

Das Schloss im Ortsbild / Foto: Wikipedia / A. Köppl / CC-BY-SA 3.0
Das Schloss im Ortsbild / Foto: Wikipedia / A. Köppl / CC-BY-SA 3.0

Die Bayerische Landesregierung plant mal wieder Großes mit Steuergeldern. Nein, diesmal keinen Transrapid zum FJ-Strauß-Flughafen, sondern eine mehr als Milliarde Euro teure Beamtenverlagerung in strukturschwache Räume.

Ziel der sogenannten Heimatstrategie: 2225 Staatsdiener sollen nicht mehr in den Metropolen des Freistaats schalten und verwalten, sondern in Orten wie Altötting, Wolfratshausen und Vohenstrauß.


Doch wohin mit der Landesbeamten- und Angestellten-Flut in Klein- und Mittelstädten? Im oberpfälzischen Vohenstrauß (7560 Einwohner, Absolute CSU-Mehrheit) bietet sich da nach Ansicht des Landes Schloss Friedrichburg an. Es gehört ohnehin dem Freistaat.

Ins einstige Schloss der Grafen von Pfalz-Neuburg von 1593 soll nun die zentrale Reiseservicestelle des Freistaats mit 40 Beschäftigten ziehen und dem Ort Auftrieb geben.

Der Plan hat nur einen Haken: Das 1659 renovierte Schloss mit seinen sechs massigen Rundtürmen befindet sich technisch auf dem Stand von 1972.

Bis dahin diente es als Landratsamt. Es hat zum Beispiel keine Heizung. Bayern müsste erst ein paar seiner Heimatstrategie-Millionen ins Schloss stecken, um es als Büroquartier nutzen zu können (was eine durchaus sinnvolle Verwendung des Geldes und ein kleines Konjunkturprogramm für die örtliche Bauwirtschaft wäre).

Im Sommer ist hier übrigens für die Unterhaltung der Staatsdiener gesorgt, da spielt das Landestheater Oberpfalz im Schloss.

Die Großstadt-Beamten sollen zum Umzug aus den Großstädten übrigens nicht gezwungen werden, verspricht die Landesregierung. Das Megaprojekt soll in erster Linie durch Verlagerung freiwerdender Stellen erreicht werden. So sollen die betroffenen 50 Behörden innerhalb von fünf bis zehn Jahren langsam ausbluten sozialverträglich versetzt werden.

Metropolen-Bewohner sollen durch aufmunternde Worte zum Umzug in die Peripherie bewegt werden, denn, so die Heimatstrategie aufmunternd: „Der ländliche Raum ist viel besser als sein Image“.

Das Konzept „Heimatstratgie – Regionalisierung von Verwaltung“ des bayerischen Finanzministeriums liegt als PDF zum Download vor.

Der Bayerische Rundfunk berichtet über den möglichen Umzug ins Schloss Friedrichsburg: „Ein Schloss für die Beamten



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