Millionen-Kunstraub auf Schloss Fontainebleau


Schloss Fontainebleau bei Paris / Foto: Wikipedia / Carolus / CC-BY-SA 2.5
Schloss Fontainebleau bei Paris / Foto: Wikipedia / Carolus / CC-BY-SA 2.5

Just ein Teil der Schätze, mit denen das Museum auf seiner Homepage wirbt, wurde gestohlen / Bild: Screenshot Museumsseite
Krone und blauer Mini-Drache: Just ein Teil der Schätze, mit denen das Museum auf seiner Homepage wirbt, wurde gestohlen / Bild: Screenshot Chateau de Fontainebleau

Professionelle Diebe haben am Wochenende Exponate im Millionenwert aus dem hochgesicherten Chinesischen Museum von Schloss Fontainebleau bei Paris gestohlen. Zu den entwendeten Kunstschätzen zählt die Hauptsehenswürdigkeit des Museums: die pagodenartige, goldene Krone des Königs von Siam, ein Geschenk an Kaiserin Eugenie und Napoleon III. von 1861.

Der Einbruch um kurz vor 6 Uhr in der Früh dauerte nur sieben Minuten. Das meldet die Agentur afp.

Blick aufs Schloss / Foto: Wikipedia / Kries / CC-BY-SA 2.5
Blick aufs Schloss / Foto: Wikipedia / Kries / CC-BY-SA 2.5

Das Museum für chinesische und fernöstliche Kunst ist durch Videokameras und eine Alarmanlage gesichert. Die Täter haben offenbar gezielt 15 zuvor ausgewählte Stücke mitgehen lassen. Die Objekte sind derart bekannt, dass sie auf dem Kunstmarkt unverkäuflich wären. Das deutet auf einen ziemlich gewissenlosen privaten Sammler als Auftraggeber.


Ein weiteres auffälliges (und ziemlich empfindliches) Stück ist eine chinesische Drachenfigur aus blauem Prozellan und Gold aus der Zeit des Kaisers Qianlong (17. Jahrhundert) in der Größe eines Chiahuahua. Den Wert der Stücke bezeichnet der Museumsdirektor schlicht als „unbezahlbar“.

Nach afp-Angaben gab es im Napoleon-Museum des Schlosses bereits 1995 einen Einbruch, bei dem ebenfalls 15 Stücke erbeutet wurden. Erst neun davon seien inzwischen wieder aufgetaucht.

Schloss Fontainebleau (seit 1981 Unesco-Welterbestätte) gilt als erster Renaissancebau auf französischem Boden. 1528 wurde im Auftrag des französischen Königs mit den Arbeiten am Standort einer mittelalterlichen Burg begonnen. Mehrere Monarchen ließen die königliche Residenz aus- und umbauen, zuletzt Ludwig XIV.

April 1804: Nach seiner Abdankung verabschiedet sich Napoleon vor Schloss Fontainebleau von seiner Garde / Foto: Gemeinfrei
April 1804: Nach seiner Abdankung verabschiedet sich Napoleon vor Schloss Fontainebleau von seiner Garde / Foto: Gemeinfrei

Das Schloss war Schauplatz von allerlei folgenreichen Ereignissen: 1685 machte besagter Ludwig XIV. mit der einigermaßen friedlichen Koexistenz der Konfessionen in Frankreich Schluss. Er widerrief das Toleranz-Edikt von Nantes, was zur Flucht zehntausender Protestanten in die Niederlande und nach Preußen führte.

Im April 1814 dankte Kaiser Napoleon im Schloss ab, veranschiedete sich von den Soldaten seiner Gardem die sein Russland-Abenteuer überlebt hatten, und wurde nach Elba verfrachtet.

Von 1949 bis 1966 war das Schloss Hauptquartier der NATO-Streitkräfte in Zentral-Westeuropa: und wäre damit wohl das erste Ziel eines Angriffs des Warschauer Paktes in einem Dritten Weltkrieg geworden.

Heute beherbergt das Schloss vier Museen: Das Chinesische Museum von 1863 (entstanden aus Schenkungen des Botschafters von Siam an Kaiserin Eugenie), das Napoleon-Museum von 1986, eine Gemäldegalerie sowie eine Ausstellung royaler Möbelstücke.

Hier geht es zum Artikel der afp via Berliner Zeitung: „Krone des Königs von Siam aus französischem Schloss gestohlen
Die BBC veröffentlicht einige Bilder der gestohlenen Kunstschätze: „Chinese art stolen from France’s Fontainebleau palace



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