Schloss Grades in Kärnten war zu verkaufen


Für Schloss Grades wird ein Käufer gesucht / Foto: gemeinfrei
Für die einstige Tuchfabrik Schloss Grades wird ein Käufer gesucht / Foto: gemeinfrei

Schloss Grades beherrscht das Metnitz-Tal / Foto: Wikipedia / Johann Jaritz / CC-BY-SA 3.0
Schloss Grades beherrscht das Metnitz-Tal / Foto: Wikipedia / Johann Jaritz / CC-BY-SA 3.0

(Update: Das Schloss wurde inzwischen an einen Kunsttudenten aus Wien verkauft)

„Repräsentativer Sitz nicht für jedermann. Luxus“, so preist der Makler Schloss Grades in Kärnten an. Naja. Was er nicht sagt, ist, dass hier eine ehemalige Seidentapetenfabrik an den gutbetuchten Käufer gebracht werden soll. Für wieviel das Schloss den Besitzer wechseln soll, ist Verhandlungssache.

Das burgartige Schloss ist ein mächtiger Vierflügelbau um einen Innenhof und nur über eine Brücke erreichbar. Auf einem steilen Felshügel wacht es über den zentralen Teil des Metnitztals.


Im 12. Jahrhundert hatte der damalige Bischof von Gurk (zuständig für das gesamte Kärnten) hier eine Burg hochziehen lassen. An dieser Stelle ließ sich das enge Tal leicht sperren. Aus der Burg heraus wurde das Umland verwaltet. Ein Truchsess vertrat den Landesherrn und hielt Gericht.

1401 passte das einem der lokalen Adeligen gar nicht mehr: Wenzel von Hofstetter ließ die Burg anstecken. Ab 1617 begann der Umbau der Burg zu einem wohnlicheren Schloss. Dann kam der Dreißigjährige Krieg dazwischen, und die Modernisierung zog sich 1661 hin.


Aus dem ersten Dritten des 18. Jahrhunderts stammen die üppigen Stuckdecken in sechs Schlosssälen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts versuchten die Bischöfe, mit dem Schloss Geld zu machen: Sie richteten eine Seidentapeten-Manufaktur, beziehungsweise eine Tuchfabrik ein. Das war nicht ungewöhnlich: viele Burgen wurden während der Industrialisierung zeitweise zu Fabriken.

Das Schloss hat circa 3000 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf drei Geschossen. Das Schlossgrundstück ist etwa 32.000 Quadratmeter groß.

Im Gegensatz zu Deutschland wurden die üppigen Besitzungen der Fürstbistümer in Österreich nicht den jeweils benachbarten Landesherren zugeschlagen. Schloss Grades blieb so bis ins späte 20. Jahrhundert im Besitz des Bistums. Zuletzt wurde es als Erholungsheim für Kinder genutzt und dann an einen Privatmann veräussert. Der sucht nun einen Käufer für die stark sanierungsbedürftige Immobilie mit Mittelalter-Kern.

Die Anzeigen bei Imonet: „Burg-Schloss in Kärnten zu verkaufen“ ist inzwischen offline. Das Schloss hat den Besitzer gewechselt, siehe dazu den Burgerbe-Artikel: „Kunststudent kauft Schloss Grades in Kärnten

http://www.burgerbe.de/2015/10/10/kunststudent-staus-rausch-kauft-schloss-grades-in-kaernten-29152/
Detaillierte Infos zur Geschichte von Schloss Grades bietet Burgen-Austria.



Ein Gedanke zu „Schloss Grades in Kärnten war zu verkaufen“

  1. Das Schloss Grades hat wohl eine bedeutende Vergangenheit, ist aber leider völlig desolat.
    Der Albtraum des Bundesdenkmalamtes. Mich hatte es sehr interessiert, bis zu dem Zeitpunkt der Besichtigung. Vom Einsturz bedrohte Decken, Feuchte Mauern, Hausschwamm und ein Dach dass entfernt an Emmentaler erinnert.
    Schade…

Kommentar verfassen