Montfort: Ein Schloss am Bodensee


Schloss Montfort am Bodensee / Foto: Wikipedia / EPei / CC-BY-SA 3.0
Schloss Montfort am Bodensee / Foto: Wikipedia / EPei / CC-BY-SA 3.0

Schloss Montfort mit Turm / Foto: Wikipedia / Vitalis / CC-BY-SA 3.0
Schloss Montfort mit Turm / Foto: Wikipedia / Vitalis / CC-BY-SA 3.0

Bei den Bodensee-Schwaben ist der Winter schneller vorbei als anderswo. Am 1. März öffnete bereits der während kalten Monate geschlossene Turm von Schloss Montfort in Langenargen wieder für Besucher. Das meldet Schwäbische.de.

Vom Turm direkt am See aus hat man bei einigermaßen guten Wetter einen grandiosen Blick aufs Schwäbische Meer und die zum Greifen nah scheinenden Alpen.

Die Römer hatten hier, auf einer Insel dicht am Ufer, zwei massive Wachttürme gebaut, um die eigenwilligen Ureinwohner des Ländles besser im Auge behalten zu können.


Kaum waren die Römer weg, machten sich die Einheimischen gierig über die Steine der Türme her und bauten allerlei Häuschen. Um 1330 ließen die Grafen von Montfort hier von ihren fleißigen Untertanen die Wasserburg Argen errichten.

Schloss und See / Foto: Wikipedia / Ingo2802 / Foto: CC-BY-SA 3.0
Schloss und See / Foto: Wikipedia / Ingo2802 / Foto: CC-BY-SA 3.0

Den Dreißigjährigen Krieg mit seinen Verwüstungen nahmen die Schwaben zum Anlass, die Burg umgehend wieder neu zu bauen. Nur 150 Jahre später, die Burg war reichlich in die Jahre gekommen und wurde nur noch als Gefängnis genutzt, dienten die Gebäude erneut als Quelle für Abbruchsteine.

1858 kaufte der damalige Herrscher des von Napoleon erfundenen „Königreichs Württemberg“, Wilhelm I., die dachlose Ruine für 3000 Gulden.

Er wollte sich eine riesige Villa im maurischen Stil an den Rand des Sees setzen lassen und nannte das Ergebnis Schloss Montfort.

Die Bauarbeiten am königlichen Lustschloss erwiesen sich als derart aufwendig (Kostenpunkt: 261.000 Gulden), dass der Protzbau erst unter Wilhelms Sohn Karl in den späten 1860er-Jahren fertig wurde.

Dummerweise hatte der Filius keinen Bedarf für royale Stelldicheins im Licht von sündhaft teuren Kronleuchtern (5800 Gulden). 1873 verkaufte er die Anlage „zum halben Preis“ (also für 130.000 Gulden) an Luise, eine der vielen Preußen-Prinzessinnen.

Ab 1902 hatte dann ein Bürgerlicher – immerhin ein Medizin-Professor aus Würzburg hier das Sagen. 1940 erwarb die Reichsbahn das Schloss, die es an einen Verein weiterreichte. Seit 1961 gehört das Schloss der Gemeinde Langenargen.

Die Gemeinde nutzt das Bauwerk vorbildlich als eine Art Kulturzentrum mit Galerie, Restaurant, Konzertsaal und Kellerdisco.

Hier geht es zur Meldung von Schwäbische.de: „Turm von Schloss Montfort öffnet wieder



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