Die spanische Armada im Kanal. Englische Propafandadarstellung aus dem 16. Jahrhundert / gemeinfrei

Spanische Armada: Wrackteile in Irland angespült


Am Strand von Streedagh sanken drei Galeonen. Noch heute werden dort Trümmer angespült / Foto: Wikipedia/Brianbowler / CC-BY-SA 3.0 / Grafik: gemeinfrei
Am Strand von Streedagh sanken drei spanische Armada-Galeonen. Noch heute werden dort Trümmerteile angespült / Foto: Wikipedia/Brianbowler / CC-BY-SA 3.0 / Grafik: gemeinfrei

Schwere Nordatlantik-Stürme wurden vielen Galeonen der Spanischen Armada zum Verhängnis, als ihre Besatzungen im September 1588 verzweifelt versuchten, um Irland herum wieder heimatliche Häfen zu erreichen.

Heute, 427 Jahre später, werden nach Unwettern immer noch Wrackteile der Armada an der irischen Küste gefunden.

Die Irish Times meldet, dass am Strand von Streedagh (County Sligo) zwei Balken von knapp vier und fünf Meter Länge angeschwemmt worden sind.


2014 war dort bereits ein sechs Meter langes Steuerruder einer Galeone gefunden worden. Mit weiteren Funden in den nächsten Niedrigwasser-Phasen wird gerechnet.

Die Balken stammen von drei Armada-Wracks, die 60 Meter von der Niedrigwassermarke in 15 Meter Tiefe im Sand vor Streedagh liegen. 1985 wurden sie von Tauchern entdeckt.

Das Wrack der Girona. Die Galeone sank vor der irischen Küste bei Antrim / Bild: Wikipedia / Nofly / CC-BY-SA 3.0
Das Wrack der Girona. Die Galeone sank vor der irischen Küste vor dem County Antrim / Bild: Wikipedia / Notafly / CC-BY-SA 3.0

Es sind die La Lavia (728 Tonnen), La Juliana (860 Tonnen) und die Santa Maria de Visón (666 Tonnen) aus der aus süditalienischen Schiffen bestehenden „levantinischen GruppeW der Armada.

Von der Tragödie, die sich am 21. September 1588 in Sichtweite der irischen Küste abspielte, berichtet der Zeitzeuge Francisco de Cuellar. Er war ein spanischer Haudegen, der gerade sein Kapitäns-Amt verloren hatte und eigentlich vom Flottenchef für den Galgen vorgesehen war. Durch die Katastrophe entkam er der Todesstrafe. Aber die Alternative war ebenfalls mörderisch…

1100 Seeleute und Soldaten befanden sich an Bord der drei Schiffe, die im flachen Wasser vor der Küste ankerten und vom Sturm auf den Strand geworgen wurden. Die für das ruhigere Mittelmeer konstruierten Schiffe brachen auseinander.


Der "De Cuellar-Trail" erinnert an das Schicksal der schiffbrüchigen Armada-Besatzungen in Irland / Foto: Wikipedia / Brianbowler / CC-BY-SA 3.0
Der „De Cuellar-Trail“ erinnert an das Schicksal der schiffbrüchigen Armada-Besatzungen in Irland / Foto: Wikipedia / Brianbowler / CC-BY-SA 3.0

Gut 300 Spanier sollen es lebend an den Strand geschafft haben. Dort wurden sie reihenweise von den Einheimischen massakriert und ausgeplündert oder fielen englischen Soldaten der Garnison von Sligo in die Hände fielen, die auch kurzen Prozess machten.

Einige Küstenbewohner und die Häuptlinge Rourke of Briefne und McClancy of Dartry halfen Überlebenden weiter, so dass eine handvoll Spanier auf abenteuerlichen Wegen in die Heimat zurückfand, dazu gehörte De Cuellar.

Heute erinnert der „De Cuellar-Trail“ an der Nordküste der Republik Irland an das Schicksal der Schiffbrüchigen. Die irische „Grange and Armada Development Association“ (GADA) bemüht sich, die Geschichte im Bewusstsein der Bevölkerung zu erhalten. Sie plant ein Dokumentationszentrum zum Schicksal der Armada an der irischen Küste.

Die Taucher, die die Wracks vor Sligo entdeckten, fanden dort auch Kanonen. Die stammten ursprünglich von Batterien der Stadtmauern von Palermo. Sizilien?

Kein Wunder, denn die Heimathäfen der Galeonen lagen im spanisch kontrollierten Teil Italiens. Das zeigt: Die Spanier hatten für ihre Armada so ziemlich alle Galeonen zusammengerafft, die sie auftreiben konnten.

Die Balken sollen jetzt konserviert werden, nach dem Vorbild der Planken der Wasa in Stockholm. Einmal außerhalb des Salzwassers und der Luft ausgesetzt, würden sie sonst schnell zerfallen.

Hier geht’s zu Artikel der Irish Times: „Storm washes Armada wreckage on to Sligo beach
Mehr zur Spanischen Armada hier im Blog: „Die “Spanische Folterkammer” im London Tower

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