Burg Falkenstein: Ausstellung zu Spuk unterm Riesenrad

Burg Falkenstein im Harz / Foto: Burgerbe.de
Burg Falkenstein im Harz / Foto: Burgerbe.de

Die DDR-Kultserie „Spuk unterm Riesenrad“ hat Burg Falkenstein im Harz in der damaligen „Ostzone“ populär gemacht. Und nun wird dem Straßenfeger der Ära 1979/80 eine Multimedia-Ausstellung auf der Burg gewidmet.

Sie soll am 1. Juli 2015 eröffnet werden. Bei der Ausstellung sollen die Charaktere der Serie durch Licht- und Toneffekte wieder zum Leben erwachen und erlebbar werden. Das meldet die Mitteldeutsche Zeitung.


Spuk unterm Riesenrad
Szenenbilder aus „Spuk unterm Riesenrad“ / Fotos: Icestorm

Paryla als Hexe
Katja Paryla als Hexe

„Spuk unterm Riesenrad“ ist die erste Spuk-Serie von Günter Meyer. Mit dabei waren die im August 2013 verstorbene Katja Paryla als Hexe, Stefan Lisewski (*1933) als Riese Otto und Siegfried Seibt (1920-1982) als Rumpelstilzchen.

Erstmals ausgestrahlt am 1. Januar 1979, feierte die Serie einen solch grandiosen Quoten-Erfolg im ansonsten drögen DDR-Staatsfernsehen, dass der Regisseur daraus auch eine zweiteilige Kinofassung machte (die startete am 4. April 1980).

Gedreht wurde vor allem im Harz, unter anderem in Thale und auf Burg Falkenstein. Auf der Burg kam es auch zu zwei kleineren Unfällen: Siegfried Seibt als Rumpelstilzchen brach sich einige Rippen an, als „Riese Otto“ ihn sich über die Schulter warf.

In der nächsten Szene bekam Lisewski durch eine Begegnung mit einem Ast ein nicht im Drehbuch vorgesehenes blaues Auge, was zu einer Zwangspause bei den Dreharbeiten führte.

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Mit der DDR-Zensur gab es auch gelegentlich Ärger, schreibt der Blog „Verlorene Werke“. So war den DDR-Oberen gar nicht recht, dass Riese Otto laut Drehbuch im Kaufhaus am Alexanderplatz kiloweise Wurst klaut. Man hatte nämlich gerade einen realsozialistischen Wurst-Engpass, und Szenen mit einer überquellenden Wursttheke hätten kontrapoduktiv gewirkt. Die Szene musste dann gekürzt werden…

Heute gilt der Riesenrad-Spuk als Kult. Die immer wieder ironische Brechung der Wirklichkeit durch die drei Märchenfiguren ist bis heute Unterhaltung für Kinder und Erwachsene.

Die Grundidee ging auf die junge Dramaturgin Anne Goßens zurück, die den Autor des Satiremagazins Eulenspiegel, C.U. Wiesner, für das Drehbuch gewinnen konnte. Regisseur Günter Meyer zum Stoff: „Ich las das und fand alles das, was ich als Kind gerne gesehen hätte, Geheimgänge, geheimnisvolle Burgen, diese drei Geister, die zaubern können. Ich war begeistert und habe gesagt, ich würde das sofort machen.

Der Erfolg gab ihm Recht, weitere Spuk-Serien folgten: Spuk im Hochhaus, Spuk von draußen, Spuk aus der Gruft, Spuk im Reich der Schatten und Spuk am Tor der Zeit. Die „Spuk unterm Riesenrad“-Folgen gibt es inzwischen auch als Blu-ray (Link zu Amazon).

Hier geht es zum Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung: „Spuk kehrt auf die Burg zurück

„Spuk unterm Riesenrad“ bei Dailymotion:

Spuk unterm Riesenrad die Ausreißer von ddr-filme

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