Schlösser kaufen in Italien: Trend bei Millionären

Dr. Klau Zumwinkel war gerade zwei Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, da erfüllte er sich einen Traum: Für einen Gegenwert von 1,5 Millionen Euro kaufte er 1997 das Castello Tenno am Gardasee.

Weitere 1,5 Millionen soll der Spitzenmanager in Sanierung und Ausbau der Burg gesteckt haben, die heute zum Beispiel über den Luxus eines Hallenbads verfügt (der Weg zur Genehmigung des Pools im historischen Gemäuer war eine längere Geschichte…)
(Foto oben: Das Castello Tenno am Gardasee / Foto: Wikipedia / Alessandro Vecchi / CC-BY-SA 3.0)


Die Dorfbewohner haben seitdem keinen Zutritt mehr zum Burghof, schreibt der „Stern“ griesgrämerisch über „Zumwinkels Trutzburg„. Für die Zumwinkels war der Kauf der 1500 Quadratmeter großen Anlage aus dem 12. Jahrhundert im Trentino jedenfalls eine gute Geldanlage. Heute werde ihr Wert auf sechs Millionen Euro geschätzt.


Das Castello di Sapia steht für 2,5 Millionen zum Verkauf / Bild: Screenshot
Das Castello di Sapia steht für 2,5 Millionen zum Verkauf / Bild: Screenshot

Viele wohlhabende Europäer und Weltbürger denken im Moment über den Kauf historischer Immobilien nach. Die FAZ hat sogar ganz unabhängig von Zumwinkel – einen Trend zu italienischen Burgen und Schlössern festgestellt. Einen Palazzo kaufen in Italien ist wohl gerade „In“.

Grund sei, dass sich im Stiefelstaat „derzeit so viele Adlige von ihren schmucken „Castellos“ trennen wie nie zuvor“ – Erben wollten mit den Palazzi häufig Kasse machen. Gleichzeitig hat die Regierung nach Ende der Berlusconi-Ära Steuererleichterung für Burg- und Schlossbesitzer gestrichen. Und Burgen und Schlösser gibt es in Italien, vor allem im Norden, jede Menge.

Auf der anderen Seite suchen Rubel-Millionäre und andere Gutbetuchte dringend nach einer sicheren Geldanlage in einem stabilen Staat mit möglichst gutem Wetter und weit weg von Russland.

Auch dieses Schloss in den Marken stand zum Verkauf / Bild: Screenshot
Auch dieses Schloss in den Marken stand zum Verkauf / Bild: Screenshot

In einschlägigen Immobilienportalen stößt man auf allerlei Angebote: So hat eine Burg aus dem 15. Jahrhundert mitsamt Kapelle, zwei Gebäuden und 80.000 Quadratmeter-Grundstück in den Marken nahe der Adria einen neuen Liebhaber gefunden. Der Kaufpreis wird nicht veröffentlicht.

Für 2,5 Millionen Euro steht das Castello die Sapia bei Siena (Toskana) aus dem 15./16. Jahrhundert zum Verkauf: „Zwischen Tälern und Bächen umfasst die zum Verkauf angebotene Luxus-Villa die Reste eines mittelalterlichen Turms und einer kleine Kirche aus dem 15. Jahrhunderts“, heißt es auf der Makler-Seite. Zehn Hektar Land gibt’s obendrauf.

Ein großzügig dimensioniertes Schloss in Piemont aus dem Jahr 1850 steht für 2,8 Millionen Euro zum Verkauf: Inklusive sind 1500 Quadratmeter Wohnfläche und ein Riesen-Grundstück (70 Hektar) auf dem auch ein eigener See Platz findet.

Hier geht es zum Artikel von Lena Schipper in der FAZ: „Historische Immobilien: Wohnen wie zu Dantes Zeiten

Die Arte-Doku „Schlösserwelten Europas“ über Schlösser im Piemont:





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