Klinik Schloss Haldem: Acht Millionen für Umbau


Schloss Haldem / Foto: Wikipedia / Ingo2802 / CC-BY-SA 3.0
Schloss Haldem / Foto: Wikipedia / Ingo2802 / CC-BY-SA 3.0

Wenn Schloss Haldem nahe Minden in die Schlagzeilen gerät, dann meist mit beunruhigenden Meldungen wie „drogenkranker Patient flüchtig“ oder „Patient nutzt Arztbesuch zur Flucht„.


Das einstige Barockschloss des Finanzministers von Preußenkönig Friedruch II. fungiert heute hinter einem hohen Zaun als Maßregelvollzugsklinik zur Behandlung und Rehabilitation Suchtkranker und psychisch kranker Straftäter.

So wie die 2011 modernisierten Zaunabschnitte sollen auch die anderen Zäune rund um Schloss Haldem aussehen / Foto: LWL
So wie die 2011 modernisierten Zaunabschnitte sollen auch die anderen Zäune rund um Schloss Haldem aussehen / Foto: LWL

Nun soll Schloss Haldem durch Aus- und Umbauten für acht Millionen Euro sicherer und wirtschaftlicher werden – und die Zahl der stationären Therapieplätze von 179 auf 207 wachsen. Das teilt der Klinikträger, der Landschaftverband Westfalen Lippe (LWL) mit.

In einem der ersten Schritte sei geplant, den noch vorhandenen 3,50 Meter hohen Stabgitterzaun durch einen zwei Meter höheren Zaun zu ersetzen. Es sei weiter vorgesehen, ein dreigeschossiges Gebäude aus den 1980er Jahren, in dem derzeit offene Wohngruppen untergebracht sind, in den geschlossenen Bereich der Klinik zu integrieren und zu sanieren.


Der Garten von Schloss Haldem / Foto: Wikipedia / Ingo 2802 / CC-BY-SA 3.0
Der Garten von Schloss Haldem / Foto: Wikipedia / Ingo 2802 / CC-BY-SA 3.0

Auch ein Sozialzentrum für die Patienten des geschlossenen Bereichs soll dabei entstehen und Platz für eine Cafeteria, eine Bücherei sowie Kreativ- und Seelsorgeräume bieten. In einem weiteren Schritt soll der arbeitstherapeutische Bereich erweitert werden.

Als Ersatz für den bisherigen offenen Bereich soll auf dem Klinikgelände eine kleinere, offene Station gebaut werden.

Durch die Klinik-Erweiterung sollen voraussichtlich 25 weitere Vollzeit-Arbeitsplätzes entstehen.

„Aufgrund der steigenden Zahl an Zuweisungen von suchtkranken Straftätern gibt es auch in unserer Klinik einen höheren Platzbedarf“, erklärte Barbara Steinmeyer, Kaufmännische Direktorin der Maßregelvollzugsklinik.

Hintergrund:
Rechtsgrundlage für die Aufnahme ist eine gerichtliche Verurteilung nach Paragraf 64 StGB zu einer Maßregel der Besserung und Sicherung in einer Entziehungsanstalt.

Schloss Haldem entstand im 13. Jahrhundert als Zentrum eines Ritterguts der Mindener Erzbischöfe. Im Jahr 1400 erbte die westfälische Adelsfamile von der Horst Gut und Schloss. Die von der Horsts sorgten nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Jahren 1692 bis 1703 auch für den barocken Wiederaufbau.

Der Finanzminister des Alten Fritz aus dem Hause von der Horst baute 1775 den Adelssitz weiter aus. Die Familie blieb mit Unterbrechungen bis 1927 im Besitz des Schlosses, als sich der Künstler Botho Freiherr von der Horst im Schlosspark umbrachte.

Die Nazis richteten hier 1936 eine „Gebietsführerschule“ der Hitlerjugend ein. Nach Kriegsende kamen erstmal die Briten. 1959 eröffnete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hier eine „Trinkerheilanstalt“. Nach entstanden auf dem Gelände 1960 diverse Klinik- und Wirtschaftsgebäude.

Vom urpsprünglich barocken Stil des Schlosses ist nach den vielen Umbauten quasi nichts mehr zu sehen.

Weiterlesen:
Hier geht es zur Pressemitteilung des LWL: „Investition in Sicherheit und Zukunft der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem geplant“.
Die Kreiszeitung schreibt: Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem stellte geplante Umbaumaßnahmen vor: „Modern und sicher



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