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Zweites Hogwarts auf Burg Tzschocha in Polen

Abendessen im College of Wizardry / Foto:  John-Paul Bichard
Abendessen im College of Wizardry / Dieses Foto und das Foto oben: John-Paul Bichard

Zaubern lernen bei erfahrenen Magiern (inklusive „Verteidigung gegen die Schwarzen Künste“), Butterbier trinken in der Aula unter schwebenden Kerzen, nachts die Gänge von Schloss Hogwarts unsicher machen auf der Suche nach mystischen Geheimnissen.

Und das alles an der Seite von Harry Potter und seinen Freunden, Albus Dumbledore, Severus Snape & Co. – und dutzenden Mitschülern. Wer wünschte sich das nicht?

Auf Burg Tzschocha im polnischen Niederschlesien wird das jetzt mehrmals im Jahr möglich: Als Live-Rollenspiel (LARP). Der nächste Durchgang des College of Wizardry (CoW) ist für April 2015 geplant.

Zauberer vor der Burgkulisse / Foto: John-Paul Bichard
Zauberer vor der polnischen Burgkulisse / Foto: John-Paul Bichard

„Es ist ein gemeinsames Erlebnis in der nordischen LARP-Tradition – zusammen geschaffen von Organisatoren und Spielern: Jeder hilft dabei, die Magie zum Leben zu erwecken“, heißt es auf der Homepage.

Bei der Premiere im November 2014 waren 190 Harry-Potter-Fans aus elf Ländern dabei. Vier Tage lang wurde die Burg zu einer Art Ersatz-Hogwarts. 2015 sollten zwei weitere Events folgen. Es ist übrigens nicht allzu weit bis Görlitz.

Auf einem Video ist zu sehen, wie es bei dem ersten LARP zuging: Eindrucksvoll sind die Bilder aller Darsteller, die sich vor ihren Tellern an den langen Tischen im großen Schlosssaal versammelt haben. Auch Zauberstäbe kommen zum Einsatz und zeigen die erhoffte magische Wirkung.

Draußen ist genug Platz, um Quidditch zu spielen. Jede Menge Reisigbesen stehen für das Flugtraining bereit. Allerdings werden die Romane nicht 1:1 übertragen, beispielsweise teilen sich die Schüler dieser Zauberschule auf fünf statt statt auf vier „Häuser“ auf, und zwar auf die Häuser Faust, Molin, Sendivogius, Durentius und Libussa. Und es wurde wirklich gepaukt: 17 Lehrer gaben insgesamt verschiedene 90 Stunden!

Burg Tzschocha wird für Rollenspieler zu Hogwarts / Foto: Wikipedia / Rafał Konieczny / GFDL
Burg Tzschocha wird für Rollenspieler zu Hogwarts / Foto: Wikipedia / Rafał Konieczny / GFDL

Die eindrucksvolle Burg ist die perfekte Kulisse für das Hogwarts-Larp: Sie entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als böhmische Grenzbefestigung gegen Schlesien. In den Hussitenkriegen wurde die Anlage zerstört, kurz danach im Renaissancestil wieder aufgebaut.

Nach dem Prager Frieden 1635 fiel die Herrschaft Tzschocha an das Kurfürstentum Sachsen. Nach dem Wiener Kongress wurde die Gegend preußisch.

1910 kaufte Ernst Güschow die Burg, seines Zeichens Generaldirektor der Dresdner Zigarettenfabrik Jasmatzi.

Er ließ sie vom auf Burgen spezialisierten Architekten Bodo Ebhardt im neogotischen Stil umbauen (den auch Joane K. Rowling und die Macher der Harry-Potter-Filme so sehr schätzen). 1945 wurde die Burg geplündert und Güschow enteignet, das Gebiet fiel an Polen.

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Heute beherbergt der Komplex ein Hotel. Man ist stolz auf Konferenzräume, Geheimgänge und die Folterkammer (nächtliche Besichtigung möglich).

Das echte Hogwarts soll im schottischen Hochland liegen. Es ist reine Fiktion. Die Orte, an die Hogwarts-Szenen der für die Harry-Potter-Filme gedreht wurden, sind über England verstreut.

Zur Homepage des College of Wizardry geht’s hier. Auf der Seite findet sich auch ein hilfreiches PDF-Dokument (englisch), dass die Handlung erklärt.

Und hier eine YouTube-Doku zum polnischen Hogwarts:

Larper geben Tipps, wie es mit den Zaubersprüchen im Magier-Duell am besten klappt („Wenn einem keine Sprüche mehr einfallen: Wegrennen“)

Die Lage der Burg Tzschocha bei Google Maps:

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