Runneburg: Stahlstützen werden nach 22 Jahren abgebaut

Die Runneburg, noch mit Stahlstützen am Wohntumr (links) / Foto: gemeinfrei
Die Runneburg, noch mit Stahlstützen am Wohnturm (links) / Foto: gemeinfrei

Gute Nachrichten aus Thüringen: Die Sanierung der Runneburg (auch bekannt als Burg Weißensee) ist soweit vorangekommen, dass die Stahlstützen am Palas-Turm abmontiert werden können. Und die stehen da immerhin schon seit 1992. Das meldet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

An der Süd- und Nordfassade des Turms sind die alte Spritzbetonschale und desolates Mauerwerk Stück für Stück abgebrochen und dafür Natursteine eingesetzt worden. Für die Außenmauer an der Südseite musste zudem ein Fundament betoniert werden.


Der Hof der Runneburg / Foto: Wikipedia / Porphytion /  CC-BY-SA 3.0
Der Hof der Runneburg / Foto: Wikipedia / Porphytion / CC-BY-SA 3.0

Das stählerne Stützkorsett war jahrelang nötig, um die Mauern zu stabilisieren. 1986 war bereits wie Südostecke der Alten Küche eingestürzt. Die Lücke konnte nun geschlossen werden. Da der Palas-Turm nun wieder die nötige Standsicherheit hat, gaben die Experten Grünes Licht, um das seit 1992 ihn stützende Stahlkorsett abzunehmen.

Richtig wohnlich war die Burg 35 Kilometer von Erfurt erst durch den Einsatz einer Halbschwester von Kaiser Friedrich Barbarossa geworden: 1168 ließ Landgräfin Jutta Claricia von Thüringen die Burg zur gräflichen Residenz ausbauen. Das blieb sie bis 1440, als hier der letzte Thüringer Landgraf, Friedrich „der Einfältige“, starb.

Die Feste, eine der größten romanischen Burgen Deutschlands, fiel dann an das Herzogtum Sachsen. Beim Bauernaufstand 1525 erwies sich die Burg als haltbar. Man machte den Aufrührern die Tore einfach nicht auf.

Das Torhaus der Runneburg / Foto: gemeinfrei
Das Torhaus der Runneburg / Foto: gemeinfrei

Nach 1554 saßen hier die Witwen der sächsischen Kurfürsten, was wieder zu allerlei Neubauten führte. Beim Wiener Kongress 1815 ging der gesamte Besitz an Preußen.

Den zweiten Weltkrieg überstand die Burg gut – und zwar als Sitz des örtlichen Landratsamtes. Die DDR betrieb hier von 1952 bis zu ihrem Ende eine Schule, die noch bis 1995 existierte. Wegen schwerer Baumängel mussten die Kinder dann weichen.

Seit 1996 gehört die Burg nun der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die sich seitdem mit der Sanierung beschäftigt. Im einstigen Preußischen Landratsamt sitzt seit 2013 die Bildungs- und Begegnungsstätte „3B-Weißensee„. Das Burggelände ist öffentlich zugänglich.

Weiterlesen:
Die Schlösserstiftung berichtet von den Sanierungen in ihrer Jahresübersicht: „Rückblick auf die großen Baumaßnahmen der Stiftung 2014
Auch dpa bringt eine Meldung (via Thüringer Allgemeine): „Stützkorsett am Palasturm der Burg Weißensee fällt



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