Schloss Seeburg: Witwenturm ist verkauft


Schloss Seeburg am Süßen See / Gemeinfrei
Schloss Seeburg am Süßen See / Gemeinfrei

Der Witwenturm war zunächst als Batterieturm konzipiert und wurde nach 1515 zum Wohnturm umgebaut / gemeinfrei
Der Witwenturm war zunächst als Batterieturm konzipiert und wurde nach 1515 zum Wohnturm umgebaut / gemeinfrei

Auf einer in den Süßen See hineinragenden Landzunge steht ein Schloss. Ein malerisches Ensemble, das, läge es in Bayern, vermutlich sommers von Touristen geflutet würde. Aber das Renaissance-Schloss Seeburg liegt nun mal im südlichen Harz. Und da ist man über jeden Besucher froh, der auftaucht…

Seit 2006 konnte man auf dem Schloss heiraten, und zwar ausgerechnet im sogenannten Witwenturm. Im Oktober 2014 hat Architekt Gerd Fuchs aus Baden-Württemberg den historischen Turm und die angrenzende Schlosskirche an Ehepaar Langels aus NRW verkauft. Das meldet die Mitteldeutsche Zeitung.


In der örtlichen Politik kam nach Bekanntwerden der Nachricht die Befürchtung auf, die Langels könnten das Schloss für die Öffentlichkeit schließen.

Laut Schloss-Homepage sind seit Oktober nun keine Hochzeiten mehr im Witwenturm möglich. Die Zeitung berichtet, die neuen Besitzer würden an einem Konzept arbeiten. Es sei noch nicht klar, ob sie eine ausschließlich private Nutzung anstrebten.

Der massive, untere Teil Turms entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zur Aufnahme der gerade entwickelten Kanonen. Graf Gebhard VII. von Mansfeld-Mittelort ließ die Burg nach 1515 zu einem repräsentativen Wohnschloss umbauen. Der Witwenturm erhielt dabei mehrere Wohnetagen.

Schloss Seeburg um 1860 (Sammlung Alexander Juncker) / gemeinfrei
Schloss Seeburg um 1860 (Sammlung Alexander Juncker) / gemeinfrei

Seinen Namen erhielt der Turm, da er als bevorzugter Wohnort der gräflichen Witwen diente. Die Bauwut der Mansfelder Grafen führte schließlich zum Zwangsverkauf. Nach mehreren Besitzerwechseln landete die heruntergekommene Anlage dann 1880 bei den Wendenburgs. Die renovierten und bauten jahrelang um.

Ergebnis: Den Nazis gefiel das Schloss so gut, dass sie hier bereits 1933 eine „Führerschule“ einrichteten. Nach Kriegsende wurden die Wendenburgs enteignet. Die Treuhand privatisierte das Schloss bereits kurz nach der Wende.

Die Gemeinde Seegebiet Mansfelder-Land will das Schloss auch ohne Zugang zum Trauzimmer als Sehenswürdigkeit herausstellen. Dazu soll das Schloss nun wieder nachts angestrahlt werden. Eine erste Lichtprobe fand bereits statt.

Daniela Kainz schreibt in der Mitteldeutschen Zeitung über den Eigentümerwechsel: „Schloss Seeburg: Besitzer verkauft Witwenturm

Lage von Schloss Seeburg:



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