Deutsch-Polnischer Preis für Schloss Trebnitz


Schloss Trebnitz / Foto: Doris Antony / CC-BY-SA 3.0
Schloss Trebnitz / Foto: Doris Antony / CC-BY-SA 3.0

Großer Bahnhof in Berlin: Am Mittwoch werden die Außenminister der Bundesrepublik und Polens das Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz mit dem renommierten Deutsch-Polnischen Preis auszeichnen.

Der Verein (der sich noch mit „ß“ schreibt) teilt sich Ehre und Preisgeld von 20.000 Euro mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz (IJBS) in Polen.

Zur Entscheidung sagte der Vorsitzende des Preiskomitees, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke:
Beide Preisträger bringen durch ihre Arbeit Jugendliche zusammen. So wächst das zwischengesellschaftliche Fundament, auf dem die deutsch-polnischen Beziehungen beruhen. Schloß Trebnitz hat sich zu einem angesehenen Ort für deutsch-polnische Begegnungen im grenznahen Raum entwickelt.


Der „Schloß Trebnitz e.V.“ ist eine Bildungsstätte in Märkisch-Oderland, circa 30 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Seit Gründung des Vereins im Jahr 1992 liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf dem internationalen Austausch mit Polen und Osteuropa.

Hinzu kommen Projekte, wie ein deutsch-polnisches Schülercafé, die Filmportraits „Oderläufe“ über Menschen in der Grenzregion oder der Oderjugendrat bei. Regelmäßig finden Schloss-Gespräche zu regionalen Themen statt.

Von dem Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro sollen Jugendprojekte gefördert werden.


Zum Schloss selbst: Es liegt in Müncheberg. Es ist Herrenhaus Gutes Trebnitz, das 1124 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1730 wurde der 30 Hektar große Park angelegt und später von Peter Joseph Lenné und einem seiner Schüler gestaltet. 1900 ließ die Familie von Brünneck das Gutshaus zu einem neubarocken Schloss umbauen.

1945 wurde der damalige Schlossbesitzer Harald von Brünneck von der Roten Armee enteignet. Zu DDR-Zeiten diente das Schloss als Lazarett und Schule.

Es gibt ein weiteres Schloss Trebnitz (an der Saale). Man sollte die beiden auf keinen Fall verwechseln: Das Anwesen bei Könnern in Sachsen-Anhalt ist seit 2010 in Händen von stramm Rechten und soll offenbar zum Neonazi-Zentrum umgebaut werden (Quelle Awo-Report, S. 13).

Ein Teil dieses Textes basiert auch einer Pressemitteilung des Vereins Schloß Trebnitz: „Höchste Auszeichnung für grenzenloses Engagement“ (Link zum PDF).

Schloss Trebnitz in Müncheberg am Platz der Jugend:



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