Ruine Osterburg: Grabung soll 2015 starten


Die Ruine der Osterburg bei Bischofsheim / Foto: gemeinfrei
Die Ruine der Osterburg bei Bischofsheim / Foto: gemeinfrei

Die ausgedehnte Ruine der Osterburg bei Bischofsheim in Unterfranken gibt viele Rätsel auf. Allzuviel von ihrer Geschichte ist nicht überliefert, und seit ca. 1270 ist sie nur noch ein Trümmerfeld auf dem nach ihr benannten Berg.

Im Frühjahr will der Verein Freunde der Osterburg im Bereich des mit Schutt verfüllten Palas eine archäologische Grabung starten. Das meldet die Main-Post.

Ziel soll sein, etwa 2200 Kubikmeter Schutt zu entfernen und die Ausdehnung der Anlage sichtbar zu machen. Die äußere Ringmauer umgab im Hochmittelalter ein Areal von ca. 80 Meter Länge und 55 Meter Breite.


Der Palas, also der repräsentative Saalbau, hatte eine Ausdehnung von 58 mal zehn Metern. Reichlich Platz für die ritterlichen Bewohner und ihr Gefolge, um bei Gelegenheit ordentlich zu feiern. In der Palas Ruine soll drei bis vier Meter tief gegraben werden, bis der Boden erreicht ist.

Von der ausgedehnten Burg sind nur noch Mauerreste übrig / Foto: gemeinfrei
Von der ausgedehnten Burg sind nur noch Mauerreste übrig / Foto: gemeinfrei

Die Burgfreunde hoffen dabei auf interessante Funde. Sie hatten schon mehrfach die Grabungserlaubnis beantragt, was das Amt für Denkmalpflege mangels ausreichender archäologischer Begleitung aber abgelehnt hatte.

Nun vermittelte die Behörde dem Verein Harald Rosmanitz als Grabungsleiter, den Projektleiter Archäologie des Archäologischen Spessartprojekts.

Die Kosten der Grabung sollen laut Main-Post 41.000 Euro betragen. Sollten Funde auftauchen, würde es teurer. Nun hofft man auf Fördermittel aus diversen Töpfen, da der Verein die archäologischen Arbeiten nicht allein finanzieren kann.

Die Burg könnte auf den Überresten einer keltischen Fliehburg aus vorchristlicher Zeit stehen. Jedenfalls sind solche Burgen auf umliegenden Erhebungen nachgewiesen. Im sechsten Jahrhundert soll dort ein Jagdschloss eines Frankenkönigs gestanden haben.

Die Burg entstand dann vermutlich im 12. Jahrhundert als Grenzbefestigung des Bistums Würzburg gegen die mächtigen Äbte des Klosters Fulda. Wahrscheinlich haben deren Truppen die Burg auch um 1270 zerstört.

Unklar ist, wieso die Anlage derart groß dimensioniert worden war, und wie viele Ritter eigentlich in den Mauern gelebt haben. Eventuell war der Besitz auch zwischen mehreren Adeligen aufgeteilt.

Die Burgruine war nach dem 17. Jahrhundert in Vergessenheit geraten. Erst 1897 stießen Waldarbeiter beim Wegebau auf die Mauerreste.

Es existiert übrigens eine Sage über einen Schatz in den Gewölben der Osterburg. Wer diesen findet, erlöst damit auch gleich die Weiße Frau, die hier gelegentlich spuken soll…

Hier geht’s zum Artikel von Marion Eckert in der Main-Post: „Osterburg wird Großbaustelle
Mehr Infos auf der Seite der Freunde der Osterburg



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