Burg Rotwasserstelz und die Rheinbrücke


Burg Rotwasserstelz am Hochrhein / Foto: Wikipedia / Roland Zumbühl, www.picswiss.ch / CC-BY-SA 3.0
Burg Rotwasserstelz am Hochrhein / Foto: Wikipedia / Roland Zumbühl, www.picswiss.ch / CC-BY-SA 3.0

Ein Flussübergang war im Mittelalter von imenser strategischer und fiskalischer Bedeutung. An solch einer Stelle konnte man mit geringem Aufwand ganze Armeen aufhalten und ordentlich Händler schröpfen. Hier entstanden Burgen auch schon mal direkt an Flüssen.

Ein malerisches Beispiel ist die südlichste Burg Baden-Württembergs, die vor 1163 errichtete Burg Rotwasserstelz (heute auch bekannt als Schloss Rötteln). Auf einem Felsen direkt am Rhein gelegen, schützte sie wohl zunächst eine Furt, an deren Stelle bald eine (erstmals 1294 erwähnte) Rheinbrücke entstand.

Bauherren der Burg waren Mitglieder der Familie von Wasserstelz, die was Burgnamen anging, keinen sonderlichen Wert auf Originalität legten: jedoch auf den Klang des eigenen Namens. Neben Rotwasserstelz nannten sie ihre anderen Burgen Weißwasserstelz und Schwarzwasserstelz.

Heute würde man das sicher als „Markenbewusstsein“ und „Anfänge einer Corporate Identity“ loben. Dass 2014 keine Träger dieses klingenden Namens in Aufsichtsräten, Botschaften und Lobbyistenverbänden sitzen, ist wohl lediglich dem Umstand zu verdanken, dass die badische Familie bereits nach wenigen Generationen ausgestorben ist.

Die Brücke wurde übrigens mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt 1890 als Eisenkonstruktion. Auf der anderen Seite liegt der schweizerische Ort Kaiserstuhl. Und eine Zollstation, das Zollamt Rötteln, gibt es hier immer noch, wie schon seit Jahrhunderten.

Vom Mittelalter bis in die Neuzeit gehörte das Gebiet dem Hochstift Konstanz. In dessen Auftrag saßen Obervoge in der Burg und kontrollierten Umgebung und Bevölkerung. Kurz vor der Französischen Revolution ließe der Konstanzer Fürstbischof die Anlage um ein Schloss erweitern, wodurch sie 1787 ihre heutige Gestalt erhielt.

1801 endete die Herrschaft des Hochstifts, und die Gegend fiel an die Markgrafschaft (ab 1806 das Großherzogtum) Baden. Eine Burg war hier nun nicht mehr nötig. Baden verkaufte die Gebäude für 6775 Euro an einen Bürgerlichen. Bis heute ist die Burg in Privatbesitz. Sie kann leider nicht besichtigt werden.

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Burg Rotwasserstelz am Hochrhein, gesehen mit Google Maps:



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